Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1285389
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Florenline: 
Schule. 
Zweiter 
Zeitraum. 
Stecher lange in der bereits angegebenen Unvollkommenheit 
beharrten. Zur Zeit des Marcantonio, der nach 1500 her. 
vertrat, war die Kunst erwachsen und in Italien verbreitet; 
daher konnte er wol mit Albrecht Dürer und Lucas von. 
Leyden wetteifern, denen er in den Kunstgriffen gleich, in 
der Zeichnung überlegen war. Mit diesen drei Männern be. 
ginnt das gute Zeitalter der Kupferstecherkunst, und fast auch 
das bessere der Malerei. Die neue Kunst verbreitete in allen 
Schulen gute Muster in Zeichnung, welche das neue Jahrhun- 
dert leiteten. Nach Albrechfs Vorgang lernten die Natu- 
ralisten eorrecter zeichnen und, wenn nicht geschmackvoll, 
doch reich und mannichfaltig eomponiren, wie wir an den 
Veneziancrn jener Zeit sehen. Andere Gebildetere zeichneten 
nach Raff aePs und der besten Italiener Mustern, die ihnen 
Marcantonio vorlegtc, mit grösserer Zierlicbkeit und crd- 
neten löblicher an; wie wir die: im Fortgang der Geschichte 
der Malerei sehen werden, deren Faden wir nun, nach einer 
nicht unnützen Unterbrechung, wieder aufnehmen. 
Zweiter 
Zeitraum. 
Vki n ci, B u 0 n arr o ti und andere Qtremiche Künstler 
den den bliihendsten Zeitraum dieser Schule. 
bil- 
Jedes Volk hat seine Trefllichkeiten und seine Fehler; der 
Geschichtschreiber muss aufrichtig jene lohen und diese ein- 
gestehen. So verhält es sich auch mit den Malerschulen. 
Keine ist so vollendet, dass sie nichts zu wünschen übrig liesse, 
keine so schwach, das sie nicht viel Löbliches hätte. Die 
Florentiner - ich spreche nicht von ihren vorzüglichsten 
Meistern, sondern von dem, was den Uebrigen gemeinsam ist 
 hat nicht viel Verdienstliches im Colorit, wesshalb auch 
Menge sie die melancholische nannte; nicht viel in der Ge- 
Wendung, so dass Jemand meinte, es scheine ihm, als würden 
in Florenz die Gewänder der Figuren gar haushülterisch ge- 
wählt und zugeschnitten. Sie it ferner nicht stark in Run-
        

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