Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1285256
Kupferstecher  
der 
und 
Holzschneidekunst. 
So hoch hinauf reichen Deutschlands Jahrbücher nicht. 
Der leichtgläubige Sandrartß) zwar wollte uns mit einem 
Küpferchen von unbekannter Hand den Rang ablaufen, worauf 
er 1411, und mit einem andern, worauf er 1455 als Jahran- 
gabe zu lesen meinte. Jetzt aber, wo Sandrartßs Ansehen 
so sehr gesunken, und er theils wegen seiner Widersprüche, 
theils wegen sogenannter Vaterlandsliebe selbst seinen Lands- 
leuten verdächtig geworden ist, sind diese beiden Küpferchen 
wie zwei Falchmiinzen, womit solcher Ruhm nicht zu erkau- 
fen seyn dürfte. Daher haben ihn Meermannw) und Hei- 
neken 3') widerlegt. Sie Yiinden in Deutschland keine ältern 
Kupferstecher, als Martin Schön"), den Andere Boumar- 
29) Einen Beweis siainer Ungenauigkeit giebt, was e1' von Dämon 
sphreibt, den er aus Mxsverstand des Pilniu s nichhfür Athens Schutz- 
geist, sondern einen Maler von P1615011 und Bein hielt, und nebst 
Z euxis, Apeiles und andern alten Malern im Bilde vorführte. 
L. 
30) Origines typogr. T0. 1. p. 254. L, 
31) Irläe ge'ne'rale d'une call. cmupl. lliestamp. p. 224. 116. VgL 
D-ict. des arlistcs. V01. II. p. 331. L. 
32) Lanzi hat hier den Meister E. S. verschwiegen. von welchem 
er später auf eine verworrene Weise spricht, und desen schönes 
Blatt, die Maria von Einsiedeln, 1466, so berühmt ist. Der Meister 
E. S. tritt in diesem Blatte als ein sehr ausgebildeter Künstler her- 
vor und setzt daher eine frühere Uebung dieser Kunst voraus Auch 
hätte Lanzi doch des Herrn von Jllurr (Journal zur Kunst. 
geschickte, 2. Tlll. S. 193.) angeführte Blätter vom Jahre 1440 
wenigstens erwähnen sollen. Wenn auch Bartsch den Ausdruck 
"geschrotene Arbeit" nicht von Kupferstichen verstanden wissen 
will, sondern auf Holzschnitte deutet, so ist dennoch Murr's An- 
führen nicht ganz zu verwerfen, denn II. v. Heineke hat eins 
dieser Blätter in der  Sammlung gesehn, und S. 193 
und 194 im 2. Tlz. des [llurrdscfzen Journals wird es ausdrück- 
lieh als eine Goidschniiedsarbeit beschrieben. Ich besitze ein Blatt, 
welches fast ganz mit dem von Murr beschriebenen in Grösse und 
Gegenstand übereinstinnnt. Es stellt; vor, wie der Heiland an das 
Kreuz genaselt wird, sagt v. M n rr; auf dem Blatt, welches ich be. 
sitze, ist Christus am Kreuze, an den Seiten die Scbächer und am 
Fuss der Kreuze klagende Frauen, hlariu. ohnmächtig in den Armen 
Johannes ruhend und Christus blickt auf sie herab, Unten gwmz in 
 der Mitte ist ein Monogramm; ein Schildclien, in welchem sich zwei 
 kreuzweis liegende Stäbchen belinden, die sich mit kleinen Blättern 
enden, Ich, habe dieses Blatt aus einer Bibliothek bekommen, wo es 
auf den Deckel eines Buchs geklebt war, welches geschriebene.Ki1-- 
cbengesiinge enthält, und etwa gegen das Ende des 15. Jahrhunderts 
geschrieben seyn mag.  Noch merkwürdiger sind sechs kleinere 
Blätter, Scenen aus der Leidensgeschichte darstellend, in meiner 
Sammlung, welche durch folgenden Umstand, dass das eine davon,
        

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