Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1285235
der 
Kupferstecher - und 
Holzschneidekunst. 
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logneser, und wurde von Francesco Francia in der Niel- 
lirkunst unterwiesen, worin er vortrefflich ward. Hierauf ging 
er zur Kupferstecherei über, und begann mit einigen Nachsti- 
chen des Meisters. Anfangs ahmte er Mantegna nach, nach- 
her Albrecht Dürer, und später vervollkominnete er sich 
in der Zeichnung unter Raffael San zio. Dieser leistete 
ihm auch noch andern Vorschub; ja er gab ihm an die Presse 
seinen Farbenreiber Baviera; daher Marcantonio, der sich 
blos auf die Kupferstecherei legte, soviel Werke von Sanzio 
stechen konnte, als man in den Cabinetten findet. S0 stach 
er viele alte, und nicht wenig neue Werke von Buonar- 
roti, Giulio Romano, Bandinelli; viele erfand und 
stach er selbst. Zuweilen liess er jedes Zeichen, jeden Buch- 
gtaben weg; zuweilen brauchte er Mantegna's 'l'üfelchen, 
bald mit, bald ohne Buchstaben; auf einigen Stichen des Lei- 
dens Chriti ahmte er nicht nur Albrecht Dürer's Stich, 
sondern auch sein Monogramm nach. Oft unterzeichnete er 
RaffaePs und seinen Namen, oder Michelangelots 
Namen mit den Anfangsbuchstaben. Zwei seiner Schüler, Ago- 
stino, ein Venezianer, und Marco Ravignano, halfen 
und folgten ihm im Stechen der Werke Raffaelüg. daher 
konnte Vasari in Marcantoniws Leben sagen, dass fast 
Alles, was Raffael gezeichnet, oder gemalt, zwischen Ago- 
stino und Marco gestochen sei. Sie lieferten auch an- 
dcre von Giu li o. Diese arbeiteten sie gemeinschaftlich; 
nachher trennten Sie sich, und jeder bezeichnete seine Werke 
mit den Anfangsbuchstaben seines Namens und Geburtsortes. 
So erreichte die Kupferstccherei im Studium RaffaePs durch 
Mareanton i o und seine Schule die höchste Stufe , nicht 
lange nach ihrer Entstehung. Nach jener Zeit hat keiner sie 
mit mehr Verständnis der Zeichnung und mehr Bestimmtheit 
der Umrisse behandelt. In andern Beziehungen hat sie viel 
durch P armigia nino gewonnen, welcher ütztefs) durch 
A gostino Caracci, und mehrere Ausländer, wie im verflos- 
senen Jahrhundert Edelink, Masson, Audran, Drevet, 
'26) Das: er die Aetzkunst erfunden, läugnen die Deutschen Ge- 
lehrten, und geben Wohlgemuth die Ehre. Meermann a. W. 
s. 25a. 1„
        

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