Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1285206
86 
Buch. 
III. 
Abschnitt. 
Ursprung 
Fortgang 
ren machte man damals die funfzig Karten, welche gewöhnlich 
Mantegnafs Spiel genannt werden. Ich sah sie zuerst 
bei dem Übersthofmeister des Fürsten von Toscana, dem Gene- 
ral Manfredini, der eine Sammlung lauter auserlesener Kupfer- 
stiche hat. Einen andern Abdruck sah ich nachher beim Abt 
Boni; und noch einer, ehemals dem Herzog von Cassano zu- 
gehörig, wurde von dem obengenannten Senator Prior Seratti 
gekauft und in seine schätzbare Sammlung aufgenommen. Es 
giebt noch eine Copie dieses Spiels im Grossen mit einigen Ver- 
änderungen, z. B der Glaube hat kein kleines Kreuz, wie auf 
dem Original, sondern ein grosses; aber dies ist viel später. 
Noch giebt es eine zweite minder seltene Copie, mit noch 
mehr Veränderungen; die erste Karte hat, gleichsam als Wa- 
pen oder Firma, den Venezianer Löwen, und die verschlungenen 
Buchstaben C und E. Die Dogekarte ist unterschrieben il Duxe, 
und so lieset man auf andern Art-ixun, Famejo, und Aehnli. 
ches, was Venezianer Spracheigenheit verräth, wo denn wenig. 
stens so viel gewiss ist, dass man d'en Urheber eines so schö- 
nen und ausgedehnten Werks nicht ausserhalb Venedig oder 
seines Staates suchen darf. Wer es aber gewesen, ist ein 
Geheimnish- Die Zeichnung hat viel von Muntegna und der 
Paduaner Schule; aber der Stich ist nicht ganz der des An- 
drea, oder eines andern bekannten Meisters jener Zeit. Doch 
hat man eine etwas schüchterne und fleissige Hand darin be- 
merkt, welche eher einen Naehzeichner fremder, als Bildner 
eigner Erlindungen verräth. Die Zeit wird das Geheimnis 
cntschleiern.  
Gehen wir nun von den Karten zu den Büchern über, so 
sind die ersten Versuche; sie mit Stichen in Metall zu schmiik- 
ken, bekannt. Die berühmtesten sind „der heilige Berg 
Gottes," und "die göttlicheKom üdie des Dante" in 
Florenz gedruckt, und die beiden Ausgaben der Ptolemäischen 
Erdbesehreibung, die Bologneser und die Römische; welchen 
man noch die in Florenz gedruckte Erdbeschreibnng von Ber- 
lin ghieri hinzufügen muss  alle drei mit Kupfernl Die Ver- 
nach den Extremitäten. Eine blasse und aschgräuliche Tinte wu- 
nuch in Deutschland bei Bolzdrucken gebräuchlich, wie Meermann 
bemerkt, um die Farbe der Zeichnungen wiederzugeben. L.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.