Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1285195
der 
Kupferstechex- - 
und 
Ilolzschneidekunst. 
85 
gemuthmassüs), dass Silberarbeiter solche Abdrücke auch von 
ihren gestochenen und andern nicht niellirten Arbeiten genom- 
men. Wie dem auch sei, sie wurden in ihren Studien owol, 
als in denen der Schüler, welchen sie zu Mustern dienen konn- 
ten, aufbewahrt, und so sind einige auf uns gekommen. 
Von diesen Anfängen ging man, meines Erachtens, hier 
schneller, dort langsamer, zu dem über, was ich den zweiten 
Zustand des Kupferdruckes nenne. Als man nämlich sah, wie 
gut sich dergleichen Abdrücke ausnahmen, so kam man auf 
den Gedanken, Arbeiten in so feinem und zartem Geschmack 
zu fertigen, und sie zu dem zu brauchen, wozu bisher die 
Holzschnitte gedient hatten. So bereitete man in den Werk- 
stätten der Goldschmiede die Wiege der Chalkographie; und die 
ersten Arbeiten waren auf Silber, Zinn, oder, wie Heineken. 
sagt, auf eine weichere Masse, als Kupfer. Man bemerke wohl, 
dass die Italiener dies thaten, ehe sie in Kupfer stachen. Welchen 
Stoff auch jene ersten Goldschmiede brauchen mochten, es war 
ihnen etwas Leichtes, statt des Schattens, welchen das Niello 
bildete, den Schatten des Schnitts zu geben und verkehrt zu 
stechen, dass der Abdruck rechts erschiene. Nachher verfeinerte 
man die Kunst immer mehr, Da man damals eine noch un- 
vollkommene Walze, oder Presse brauchte, so befestigte man, 
um gut zu drucken, die Platte auf einer Fläche von Holz 
mit vier Niigelchen, damit sie nicht ruckte; darauf legte man 
das Papier, und auf dieses ein getriinktes Tiichelchen, wel- 
ches man dann mit Gewalt trat; daher entdeckt man auf 
der Rückseite der ersten und alten" Abdrücke den Eindruck 
des Ällüchelchens. In der Folge brauchte man dafür Filz, der 
keine Spur zuriicliliisstw). Man versuchte mehrere Tinten; 
vor allen behielt die blaue den Vorzug, welche auch auf den 
meisten ältesten Stichen zu sehen istf-o). Mit diesem Verfall- 
13) Hei neke nennt überhaupt Werke der Silberhrbeiier Idäe etc, 
p. 217. L. 
19) Manche Kupferplatiexx aus der ersten allen Zeit könnten wol auf- 
bewahrt und gebraucht werden, nachdem Filz und Presse eingeführt 
waren, In diesem Falle wird der Eindruck des Tuches nicht bemerk. 
bar aeyu ,V der Druck aber matt. L. 
20) In den Drucken des Dante und amlerer Flnr. Bücher llexrnulwi 
diu gelbliche Farbe vor, und linden sich darin Ocltlecke und Schmutz
        

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