Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1285083
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Unleritalien. 
Buch. 
ein Gemälde sogar Rom, wo er dem Pinturicchio half. Zu 
den zwei vorigen setze ich noch den von seiner Vaterstadt 
sogenannten Montevarchi, der ausser ihr nicht sehr he- 
kannt ist. Auch in diesen gewissermassen Schülern Pietrrvs 
finden sich Nachahmungen der Florentiner des vierzehnten 
Jahrhunderts. Ich ilbergehe Bastiano da S. Gnllo, der 
kurze Zeit zu ihm stand, und, des trocknen Styls überdrüssig, 
sich von ihm lossagte. Bei Varchi (.S'tor. Fior. l. 10.) 
wird ein Vittorio di Buonaecorso Ghiberti erwähnt, 
der im J. 1529 bei der Belagerung von Florenz durch die 
Mediceer an der Vorderseite des Hauptzimmers der Mediceer 
Papst Clemens VII. malte, wie er am Galgen hängt; aber we- 
der von diesem schnödeWWerlie, noch von einem andern die- 
ser Frevelhand ist, soviel ich weiss, eine Spur in Florenz, 
woraus man seinen Styl, oder seinen Meister ersehen könnte 
Ich schliesse das Verzeichniss der alten Toscaner Maler 
mit einem berühmten Luceheser, Paolo Zacchia, genannt 
der Alte, der vielleicht in Florenz gebildet ward, obwol nicht 
ganz im Geschmack jener alten Schule, weder in ihrer Stärke, 
welches die Zeichnung war, noch in ihrer' Schwäche, den et- 
was schneidenden Umrissen. Er heisst der Alte, zum Unter- 
schied von einem andern Zacchia, der umgekehrt in den Um_ 
rissen weicher, und im Colorit kräftiger, in Zeichnung aber 
und allem Uebrigen weniger tüchtig war. Ich kenne von ihm nur 
ein Tafelgemälde in der Kapelle der Signori; dagegen man von 
dem Ersten verschiedene lAltarbilder in den Kirchen von Lucca 
sieht, darunter die Himmelfahrt in S. Agostino; eine gelehrte 
'und schöne, wie ich glaube, eine seiner letzten Arbeiten, 
worauf das Jahr 1527 steht. Noch mehr lobt man die Hirn; 
melfahrt in S. Salvatore, worin eine damals seltene Verkür- 
zungskunst in der Perspective bemerklich ist. Eine Madonna 
unter mehreren Heiligen, welche in der Pfarrkirche S. Stefano 
war, kam in das Haus des March. Jacopo Sardini, welches, 
ausser den Gemälden, eine treffliche Sammlung von Zeich- 
nungen hat,- und dessen Besitzer ich manche Nachweisungcn 
in meinem Werke verdanke. r 
Dies war also der 
Anfange des lü. lhdts. 
Zustand der Kunst in Toscuna im 
Viel war schon geschehen, weil man
        

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