Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1285075
Florentiner 
Schule. 
Zeitraum. 
Abschnitt. 
73 
Dichter dargestellt ist. Die Götterversammlung, die Beschäf- 
tigungen der Künste und Wissenschaften, die grotteskenarti- 
gen Einfassungen, hier und da mit kleinen Bildnissen, verra- 
then, dass Vante den Grundgedanken des Werks vortrefflich 
auffasste. Die Zeichnung ist der fleissigsten des Botticelli 
ähnlich, das Coloril: heiter, lebendig, leuchtend. Für dies 
ausnehmend gut gearbeitete Werk verdiente der Künstler mehr 
Ruf, als er hat. In Bartolommeoüs Leben hat Vasari, 
oder seine Abschreiber, den Attavante mit dem Miniatur- 
maler Gherardo verwechselt, der zugleich Musivarbeiter, 
Holzschneider im Geschmack Albrecht Diirevs, und Maler 
war. Arbeiten von ihm in jeder dieser Gattungen sind noch 
vorhanden. Sicher aber waren es zwei Künstler, wie Pia- 
beweiset. 
081'118 
Da wir kurz vorher Pictro Perugino nannten, der 
lange in Toscana lehrte, so können hier auch seine Schüler 
Platz linden, welche in seiner Manier fortarheitetcn: Rocco 
Zoppo, ven welchem in Privathüusern zu Florenz Madonnen 
waren, und wol noch sind; Baccio Ubertini, ein grosser 
Colorist, welchen der Meister desshalb gern zum Gehülfen 
brauchte; Francesco, Baccioßs Bruder, mit dem Zuna- 
men il Bacchiacca, bekannt durch S. Lorenzo im Mar- 
terlhum des S. Arcadio, in. kleinen Figuren, Worin er, wie in 
Grottesken, sehr stark war und sehr an die neuere Kunst: 
rühftß- Diese", Welche in ihrer Vaterstadt Florenz lebten, 
kann noch Niccolö Soggi heigcsellt werden, der, wiewol 
auch Florentiner, doch, um nicht mit bessern Malern wetteifern 
zu müssen, meistens in Arezzo lebte, wo es rihm nicht an 
Aufträgen fehlte, Hier im Presepio in Madonna delle Lagri- 
me, und an andern Orten der Stadt und der Umgegend sieht 
man, wie genau, fleissig und fertig er arbeitete; hätte er nur 
mehr Genius gehaht! Diese Naturgahe aber, welche, nach Mar- 
tial, Büchern, und ich setze hinzu Gemälden, langes Leben 
verleiht, fehlte ihm. Eben dies Lob eines ileissigen, freilich 
aber auch miihseligen und kalten Malers, ertheilt Vasari 
dvm Gerino da Pistoja, welcher den Nonnen des H. Pier 
Maggiore ein Bild hinterliess, das später für die K. Gallerie 
angekauft ward, mehrere andere der Stadt S. Scpolcro, und
        

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