Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1285049
70 
Ilnteritalien. 
Buch. 
Francesco 
Florenz. 
wär , 
der 
Zll 
Montepulciano 
bekannter 
iSt s 
als 
211 
In der Capelle des Papstes Cosimo arbeitete auch Ros- 
selli, dessen edles Geschlecht mehrere andere Künstler zählt. 
Oelfentliches ist vqn ihm in seiner Vaterstadt wenig zu sehen, 
ausser dem Wunder beim Abendmal, in S. Ambrogio; ein 
Wandgemälde mit vielem Volk, in den Köpfen Mannichfaltig- 
keit, Allect, Ausdruck. Vasari lobt ihn in seiner Römischen 
Arbeit weniger, als alle übrige. Da er es seinen lllitbeiver- 
bern in der Zeichnung nicht bieten konnte, so üherlud er 
seine Gemälde mit glänzenden Farben und Goldbesützen; was 
dem Papste, obgleich der bessere Geschmack es verdammte, 
doch sehr gefiel, so dass er ihn lobte und vor allen belohnte, 
Seine beste dortige Arbeit ist vielleicht die Bergpredigt Christi; 
die Landschaft soll von Pier di Cosimo scyn, der besserer 
Colorist als Zeichner war, wie ein Gemälde von ihm agli In- 
nocenti, und sein Perseus auf der Gallerie beweisen. Doch sind 
beide Meister in der Geschichte berühmt als Lehrer des Ports, 
und Andrea del Sarto. 
Kein anderer Florentiner wurde bei Ausmalung der grossen 
Capelle gebraucht. Kurz nachher aber kamen Piero und 
Antonio Pollajuoli, Bildhauer und Maler, dahin und fer. 
tigten das Grabmal Sixtus I_V. aus Erz. Ihre Werke sind 
noch zu S. Miniato, ausserhalb Florenz zu sehen, und das 
Tafelgemälile ist in das königl. Museum gekommen. Man sieht 
darin die Schule des Castagno, der Pietro's Lehrer war; 
ernste Gesichter, ein starkes und saftiges Oelcolorit. Anto, 
nio, Pietrivs Schüler, war für jene Zeit sehr tüchtig. In, 
der Capelle der Marchesi Pucci bei den Serviten ist von sei- 
ner Hand das Mürtyrthum des H. Sebastian; eines der besten 
Gemälde aus dem l5ten Jahrhundert, das ich gesehen. Die 
Farbe ist nicht die beste; aber die Compositinn steht weil: über 
seiner Zeit, und die Zeichnung des Nackten bewciset sein 
Studium" der Anatomie; er ist vielleicht der erste italienische 
Maler, der Leichname zerschnitt, und das Verhültniss der Mus- 
keln gründlich kennen lernte. Beide Pollajuoli starben zu 
Rom, wo in S. Piero in Vincoli ihr Grabmal ist, mit einem 
Qeniälde vpn ihnen, oder aus ihrer Schule, welches, nach Ei.-
        

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