Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1285022
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Üntc-ritalion. 
lhlch. 
nicht, wie die des ältern Lippi, schön, und anmutliig, sondern 
wahre, nur aber nicht gewählte Bildnisse sind. Er wurde nach 
Rom berufen, um in" einer Capelle der Minerva zu arbeiten, 
wo eine Himmelfahrt und einige Scenen ans Thomas von 
Aquino Leben von ihm sind, unter welchen die Disputation 
vorzüglich ist. In dieser Kapelle malte er die Köpfe besser; 
dennoch übervtraf ihn hierin sein Schüler Raffaellino del 
Garbo, der Engelehüre an der Decke malte, die ihm allein 
den Zunamen, den er führt, bestättigen. Zu Monte Olivcto 
in Florenz ist: eine Auferstehung von Raffaellino; kleine, 
aber so anmuthige, so schön gewandte, und so vorzüglich 
eolorirte Figuren, dass man ihm kaum einen andern Meister 
seiner Zeit vorziehen würde. Ein anderes schönes Gemälde von 
ihm mit dem auch noch erhaltenen Zockel zu S Salvi erwähnt 
Morcni im letzten Theile der Jilenzm-ie isloriclze, 12. 168. S0 
auch andere Werke aus seiner ersten Zeit; denn, als er Vater 
einer zahlreichen Familie geworden, kam er innnernxehr in Ver- 
fall, und starb endlich arm und verachtet. 
Der zweite, welchen ich bei der Sistina nannte, ist D0- 
Inenico Corradi, von seines Vaters Gewerb del Ghirlan- 
daj o genannt, ein trefflieher Maler und Musivarbeiter, ja För- 
derer dieser Künste. Bei jenem WVettkampf in der Sistina. 
malte er die Auferstehung Christi, ein jetzt verlorenes Bild; 
und die Berufung der H. Petrus und Andreas, welche noch 
vorhanden ist. Er ist der Ghirlandajo, in dessen Schule, 
oder nach dessen Grundsätzen sich nicht nur sein Sohn, Ri- 
dolfo del Ghirlandaj o, sondern selbst Buonarroti und 
die besten Künstler der nächstfolgenden Periode bildeten: von 
einer seltenen Schlichtheit der Umrisse, Gefälligkeit der Züge, 
Mannichfaltigkeit der Ideen, Leichtigkeit und Fleiss; der Erste 
unter den Florentineru, der mittels der Perspeetive seinen Com- 
positionen eine gute Anordnung und Tiefe zu geben verstandiß), 
Auch war er der Erste, welcher in den Gewändern jenen gros- 
sen Goldaufputz mied, den die Alten anbrachten, als müssten die 
38) Menga Tm. II. p. 109; 
Ghirlandajo. Eine Andeutung. 
L. -7- Vergl. Spßornä: Dommfca 
Im Kgmstbl. 182-1. N. l. 2. 14'.
        

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