Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1285014
F lorentiner 
Schule. 
Zeitraum. 
Abschnitt. 
67 
gemalten Himmelfahrt mit unzähligen Figuren urtheilt er, sie 
sey sehr schön und müsse allen Neid entwaffnen. Die erste ist 
jetzt auf der K. Gallerie, die zweite in einem Privathause be- 
findlich. Noch ist ein Gemälde von ihm übrig, das aber nicht 
mit dem in der Sistina verglichen zu werden verdient. Man 
erkennt darin kaum den Sandro von Florenz Wieder. Die 
Versuchung Christi mit einem so grossen Tempel und einer 
Unzahl von Opfernden in der Vorhalle; Moses, der Jethroü 
Töchtern gegen die midianitischen Hirten beisteht, mit so vie- 
ler frischfarbiger Kleiderpracht; andere lebendig und wunder- 
lich dargestellte Handlungen zeigen, dass er auf die Länge 
hin sich selbst übertrifft. Dasselbe gilt auch von andern, die 
wir nachher nennen werden: so viel vermochte der Wetteifer, 
der Anblick einer Stadt," welche die anderswoher mitgebrach- 
ten Ideen vergrössert, und das Urtheil eines Publicums, das 
sich kaum mit dem Guten begnügt, weil sein Auge an das 
Wunderwürdige gewöhnt ist. 
Die Geschichte melde-t nicht, dass er bei dieser Arbeit Fi- 
lippino Lippi, F. FilippCVs Sohn, wie wir sagten, neben 
sich hatte. Doch ist es wahrscheinlich; theils," weil dieser von 
Jugend auf sein Schüler war, theilsweil Lippi sich den Ge- 
schmack, Bräuche des Alterthums in jedem Gemälde anzubrin- 
gen, als er, noch Jüngling, in Rom studirte, angeignet zu 
haben scheint. Cellini bezeugt in seiner Selbstbiographie 37), 
nwhrere Bücher von ihm gesehen zu haben, worin er schönes 
altes römisches Geriith abgezeichnet hatte; und Vasari hält 
ihn für den Ersten, der die neue Malerei mit Grottesken, Tre- 
phäen, Rüstungen, Gefässen, Gebäuden und Kleidern in alter- 
thümlichem Geschmack bereichert habe; worin ich ihm aber 
nicht beistimmen kann, da bereits Squarcionevdies viel eher 
'geth::n. Wahr aber ist, dass er in solchen Verzierungen, wie 
in der Landschaft und allen Kleinigkeiten ausgezeichnet ist. 
Der Heil. Bernard der Abtei, die Magierin: Königl. Museum, 
die beiden bVandgemälde in S. Maria. Novelle, der H. Johan- 
nes nämlich und der H. Philipp, gefallen vielleicht mehr durch 
diese Beiwerke, als durch die Gesichter, welche in der That 
etl. 
Milan. 
1806.
        

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