Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1284974
Florentiner 
Schule. 
Zeitraum. 
Abschnitt. 
63 
sagte, wo er von den Arbeiten und Schriften eines Cennino 
di Andrea Cennini, Angelo" Schüler, spricht. Dieser 
schrieb 1437, also lange vor Domenico, ein Werk über die 
lllalerei, welches handschriftlich in der Bibliothek des H. L0- 
rcnzo belindlich istu). Darin, sagt Vasari, handelte er "von 
Anreibung der Farben, mit Oel, um rothe, blaue, grüne Felder 
zu machen, und von andern Arten, und von Goldpolimenten, 
um Gold aufzulegen, aber nicht für Figuren." Baldinucci 
sah diese Handschrift nach, und las im 89. Kap.: „ich will 
dich auch lehren in Oel auf Wand, oder Holz malen, was die 
Deutschen hiiulig thun," und weiter heisst es in der neuerlich 
von mir bei Moreni naehgeschlagenen Handschrift „ebenso 
auch auf Eisen und Stein; zuerst aber will ich von der Wand- 
malerei sprechen." "In den folgenden Kapiteln sagt er, „man 
müsse dicssfalls Leinsaamenöl kochen". Dies scheint nicht mit 
Vasari's Behauptung zu stimmen, dass Johann van Eyck 
nach vielen Erfahrungen „fand, dass Lein- und Nussöl am 
leichtesten trockneten. Diese also mit andern Mischungen ge- 
sottcn, fertigten sie den Firnis, den er und alle übrige Maler 
von jeher gewünscht hatten." Indess scheint aus Vergleichung 
des Textes dreierlei sich zu ergeben. Einmal, dass Vasari 
nicht alle Oclmalerei aussehliesse, weil er behauptet, man-habe 
sie xjon jeher gewünscht, und folglich auch Versuche darin 
gemacht, sondern nur die vollendete, welche, getrocknet, kein 
Wasser scheut, die Farben brennend, hell macht und wunder- 
sam verschmelzt, wie vor kurzem bemerkt wurde. Zweitens, 
dass die Cenninische nicht von dieser Art seyn mochte, ent- 
wedlr weil sie nicht mit Johann's Mischungen gesotten, 
oder weil sie blos bei gröbern Arbeiten anwendbar war, oder 
aus "einem andern Grunde; was sich denn auch thatsiichlich 
bewährt; denn als er zu Florenz im Siechhause Bonifacius 
eine Madonna mit mehrern Heiligen, wiewol „in sehr gutem 
Colorit" gemalt hatte, erregte er doch niemals Bewunderung 
oder Neid der Künstler. Drittens, dass man nach diesen Be- 
merkungen nicht blindlings jeder Erzählung von alter Malerei 
in Oel glauben, nicht blindlings jeder Erzählung von älter 1m- 
Bereits 
erschienen
        

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