Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1284966
Unteritalien. 
Buch. 
nicht vergessen worden war. Sie scheinen es als Firnis_ge- 
braucht zu haben, womit sie die Gemälde überzogen, um sie 
vor Nässe zu schützen, und ihnen etwas Durchsichtiges, Glän- 
zcndes zu gehen. Auch hat man bemerkt, dass im vierzehn- 
ten Jahrhundert der Zusatz von YVachs immer geringer wird; 
ja. nach 1360 kommt er ganz ab, und statt seiner braucht man 
eine glanzlose llrlischung. In diesen Erfahrungen hat man nie 
Oel gefunden, einige Tropfen ätherischen Oels ausgenommen, 
womit man, nach des genannten Scheidekünstlers Muthmas- 
sung, in frühem Zeiten vielleicht das Wachs aufgelöst haben 
mag.  
Ausser dem Wachse brauchte man vor alter Zeit auch 
manche Harze und Eiergelb, was wol minder Kundige tiiu- 
sehen kann; so nahe kommen dergleichen Gemälde den mit 
etwas  gemalten; wie Zanetti in jlillur. cenez. p. 20 be- 
merkte, und die Untersuchung des Tommasischen Bildes 
wundersam bestätigt hat. Ich verdanke diese Kunde dem Gr, 
DIITIIZZO, der mich 1793 ZU, Venedig versicherte, dass er 
in iVicn dicser,'auf des Fürsten Kauniz Befehl und in seiner- 
Gegemvart, van den geschicktesten liiiinnern angestellten Un- 
tersuchung beigewohnt, und dass die Künstler einstimmig ge- 
urtheilt, es sey keine Spur von Oel vorhanden, vielmehr sey 
das, Gemälde mit sehr feinen mit Eiergelb, oder Eiweiss ge- 
mischten Harzen gemacht, wie man dies auch von andern al- 
ten Werken behaupten müsse. Auch achte ich das Urtheil des 
Piacenza über das berühmte Gemälde von Colantonio 
sehr, behalte mir dies aber nebst andern Bemerkungen bis zu 
der Neapolitaner Schule vor. "Hier beschränke ich mich nur 
noch mit Morrona auf diese, dass bei chemischen Prüfungen 
oft ein Gemälde für unberührt und ursprünglich rein gehalten 
wird, das doch später mit Oel übergangen worden ist. Ohne 
dies kann hier schon das ätherische Oel täuschen, ja noch an- 
dere gewöhnlicherc Ocle, wie ich sogleich deutlicher erklären 
will. Nachdem nun die dem Vasari von Ncuern gemachten 
Einwürfe gehoben sind, bleibt mir noch ein Zweifel an eini- 
gen Werten übrig, wo er sich selbst zu widersprechen scheint. 
lndess werden auch sie, gehörig verstanden, die Frage nur noch 
mehr aufhellen. Er scheint nämlich auf den ersten Anblick 
vergessen zu haben, wa er im Leben Angiolo Gaddißs
        

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