Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1284949
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Unterilalien. 
Buch. 
hen scheint. Er lässt nämlich dem Johann (den er G ianes. 
da Brugia nennt) das Verdienst, Welches ihm Vasari zu- 
schreibt, erklärt aber besser, wie dies zu verstehen sey. Er ant- 
wortet den Gegnern nicht, dass die von Theophilus ge- 
lehrte Kunst etwa in Vergessenheit gekommen, und von Je- 
h ann wieder erfunden worden sey, wesshalb ihn Vasari als 
Erfinder habe preisen können, wie nach den römischen Antho- 
logisten Tiraboschi antwortete (Star. Iett. T. VI. p. 132), 
Auch nimmt er die Verteidigung Budberg's (Versuch über 
das Alter der Oelmalerei. Zur Verteidig. des V asari. Güt- 
ting. 1792. 4., vgl. Esprit des Journ. Oct. 1792.) nicht an, 
dass nämlich Theophilus die Oelmalerei nur auf Feldern 
ohne Figuren, und ohne Verzierungen gelehrt habe; indem ja 
Thcophilus im 22. Kap. auch diese Kunst lehrte. hVorin 
bestand also nun diese so berühmte Erlindung Johannßs? In 
folgendem. Bei der alten Art zu malen, konnte man keine 
neue Farbe auftragen, wenn die frühere nicht erst an der 
Sonne getrocknet war. Dies erforderte unendliche Geduld, wie 
Theophilus im 23. Kap. gesteht. Ich möchte noch hinzu- 
fügen, dass die Farben nie ganz verschmelzen konnten. Diese 
Uebelstiinde sah van Eyck ein, und betrübte sich noch mehr 
darüber, als ein Gemälde, das er an der Sonne trocknen wollte, 
von der Hitze barst. Da er nun ein nachdenklicher Mann war, 
so sah er sich nach Oelfarben um, welche von selbst, nicht an 
der Sonne, trockneten, und so machte er durch andere Mi- 
schungen den Firnis, welcher trocken kein Wasser scheut, die 
Farben brennender, durchsichtiger macht und wunderbar vor- 
Iehmclzt, wie Vasari sagt. So scheint mir die Frage gelöst, 
und die Lösung kann mit zwei Worten so ausgesprochen wer- 
den: vor van Eyck kannte man eine Art in Oel zu malenm), 
welche aber unvollkommen und langwierig, übrigens nur viel- 
leicht ausserhalb Italien gebräuchlich ,war. Johann vervoll- 
kommnete diese Kunst, die sich nun in Europa ansbreitete, 
und in Italien durch Antonio, oder Antonello von dies- 
sina bekannt wurde. 
30) Aber bei Vasari ist , wie Lessing bemerkt, nur von ei. 
nem P'irnis 1,11m liebcrziehen die Rede, welcher theils auch im Th_ 
angegeben, lheils bereits schon A pe lles nicht unbekannt gewesen sei. 
Wo wäre da die lü-nge gelöst! W.
        

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