Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1284922
58 
Unteritallien. 
Buch. 
der Ruf, sondern auch manche Versuche in dieser so nützlichen 
Erfindung verbreiteten, und unsere Künstler, die Verschmelzung, 
Weichheit und Lebhaftigkeit der Farben mittels dieser Erlin- 
dung bewundernd, endlich einmal damit in's Klare zu kom- 
men strebten. Ein gewisser Antonello von Messina, der 
schon in Bom studirt hatte, ging zu dem Ende nach Flandern, 
lernte das Geheimnis, wie Vasari sagt, vom Erfinder, kann 
darauf nach Venedig, und theilte es einem seiner vertrautesten 
Freunde, Namens Domenico, mit. Domenicn ging, nach- 
dem" er viel in seiner Vaterstadt, in Loreto, und an andern 
Orten im Kirehenstaateß) gearbeitet hatte, nach Florenz. 
Hier wurde er, von den übrigen bewundert, von Castagno 
beneidet, von letztenn mit verstellter Freundschaft vermacht, 
ihm das Geheimnis mitzutheilen; zum Lohn dafür gab ihm 
Andrea, um keinen Nehenbuhler in dieser Kunst zu haben, 
verrätherisch den Tod. Der Verräther wusste auch seine Mis- 
sethat wol zu verbergen, wesshalb viele Unschuldige in Unter- 
suchung kamen, er nie; bis er dem Tode nah freiwillig sein 
Verbrechen und die Unschuld Anderer kund that. Er wird 
wegen seiner Lebhaftigkeit, Zeichnung, Pespectivo, und Fort- 
schritts in der Verkürzug unter die Ersten seiner Zeit gezählt; 
Seine besten Werke sind untergegangen; in S. Lneia de, Mq- 
gnuoli ist ein Bild von ihm, und am Zockel einige sehr fleis- 
sige Scenen; im Kloster der Engel ein Gekreuzigter unter meh- 
rern Heiligen auf einer Wand. 
Gegen VasarPs bereits angeführte Erzählung sind nun 
viele Schriftsteller aufgestanden, und haben behauptet, die O el-i 
malcrei sey viel älter. Man hat sie sogar aus der Zeit der 
Römer herleiten wollen. Diese Meinung hat Ranza bei Gele- 
genheit des Gemäldes der Heil. Helena verteidigt, wel- 
ches eine durchniihte Arbeit von mehrern zusammengcniiheten 
Stücken Seide ist, die ein Madonnenbild mit dem Christus- 
kinde ausmachen; Köpfe und Hände sind in Oel gemalt, die 
Gewänder sind mit der Nadel und grösstentheils mit dem Pinsel 
schnttirt. Dies Gemälde befindet sich zu Vcrcelli und soll, 
M011 einer von Mabillen (Diar. ital. c. 28.) mitgetlieilzt-i, 
i 
S29) 1454 stand er 
(I'll. pnrug, p. 133. 
in 
Perugia 
in grossenl 
Ansehen. 
Dfarinlei 
L.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.