Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1284894
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11a. 
Zvi t fHlHl-l. 
Abscllnitl. 
55 
mit 01' einen ganzen Flügel des Friedhofs sehmücktcim); ein 
Nfurchtbures Wierk, das eine Legion von Malern vcrschüch- 
tern könnte": (Vasari), das er in zwei Jahren zu Stande 
brachte, Hier entfaltet er ein 'l'alent für Composition, eine 
Wahrheit, eine lllannichfaltigkeit der Gesichter und Gebärden, 
ein saftiges, lebhaftes, oltramarin-glänzendes Cclorit, einen 
Ausdruck der Allccten, der ihn zum Ersten nach Masacciu 
macht. Ich kann kaum glauben, dass er Alles allein gemacht. 
Im trunkenen Noah 25), im babylonischen Thnrm und einigen 
andern Gemälden sieht man ein Streben zu überraschen, das 
auf jenem nicht bemerkbar ist, wo manchmal handwerksmiissige, 
und namentlich in Kinderkörpern trockene Figuren sind; Män- 
gel, die ich freilich lieber einem Gehiilfen, als ihm zuschrei- 
ben möehte! Neben diesem grossen Werke ist sein Grabdenk- 
mal, welches ihm die dankbare Stadt gesetzt hat, dabei eine 
Aufschrift, welche das Anschauliche seiner Darstellung rühmt. 
Die Zeit hat gleichsam, sein Verdienst anerkennend, dies Werk 
vor allen andern des Friedhofs geschont.  
Der zweite von Gio vanni sehr verschiedene Mönch ist 
F. Filippo Lippi, ein Karmeliter, xiicht M asacci o's Schü- 
ler, wie Vasari meint, wul aber seiner bVcrke, welche er 
lleissig und mit Glück copirte, so dass er oft ein neuer M u- 
saceio schien, besonders in kleinen historischen Gemälden. 
In der Saeristei von S. Spirito sind einige sehr schöne. Dort, 
und in S. Ambrogio und anderswo sind von ihm Madonnen, 
und Engelehöre"; die Gesichter voll, angenehm, von einer Farbe 
und Anmuth, die ganz ihm eigen sind. In den Gcvrändcl-Wl 
lichte er das Gcfäilte-lte, hemdenartig Krause, und hatte sehr 
glänzende, oft aber doch mit einem sonst nicht vorkommen- 
21) Durch Lnsinizvs Cnmpo Srmto 1h" Pfem kann man sich zwar 
von der Herrlichkeit und dem Reichthum der Compositinn des Be: 
nozzo eine Vorstellung machen, aber nicht von dem innern Le- 
ben, was durch diese Bilder käar uns Licht hervorlritt. Q. 
25) Ernst und Scherz, wie Hohen und Tiefes irermovhle Ben ozzu 
zn erlassen und oft reizie ihn die Freiheit und Heilerkeit zum 
Blnlhwillen H"elchen Flindruck seine Werke auf seine Landsleute 
machten, kann man daraus schliessen, dass eine Figur in dem Hilde, 
welches den lrunknen Noah vorstellt, die sprichwörtliche Redens- 
urt vergognusa di Pisa veranlasste, wunnit man eine Pvrnon, w'elrlle 
Schamhafligkeit lleuchell, bezeichnet. Q.
        

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