Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1284877
Florentiner 
Schule. 
Zcitralun. 
Abschnitt. 
53 
vertreten grossartig. Er vollendete die Kapelle nicht ganz, in- 
dem er 1443, man darf wol vermuthen, durch beigebrachten 
Gift, starb, und einige Bilder unvollendet liess, welche mehrere: 
Jahre nachher der jüngere Lip pi ergänzte. Sie wurde die Schule 
für die besten Florentirxer, die wir in diesem und dem folgen- 
den Zeitraume nennen werden, des Pietro Pcrugino, ja 
BaffaePs selbst; und es ist etwas Wunderbares, dass in 
einer Reihe von Jahren, in einer an kunstsinnigen Geistern 
stets so fruchtbaren Stadt, man durch Nachahmung des M a- 
saccio nicht soweit kam, als er ohne Nachahmung. Andere 
gleich gerühmte Wandgemälde in Florenz hat die Zeit vernich- 
tet, namentlich die Weihe der Karmeliterkirche, wovon ich zu 
Pavia bei Fontana Barbita eine Zeichnung sah. Die Gal- 
lerierl haben wenig von ihm. In der Pittischen wird ein Jüng- 
lingsbildnis, das zu leben scheint, sehr geschätzt. 
Nach Masaccio zeichneten sich in der Florentiner Schule 
zwei Mönche aus. Der eine ist ein Dominicaner, Namens F. 
Giovanni da Fiesole, oder Gio. Angelico, zur Zeit 
des Santi Tosini, wie die nnvelle litlerarie von l773dsa- 
gen. Seine erste Uebung war, Handschriften auszumalerl, 
worin ihm ein älterer Bruder, der Miniaturmaler und Maler zu?- 
gleich war, leitete. Er soll Masacei0's Kapelle stndirt 
haben; vergleicht man aber ihr Alter, so ist es nicht leicht 
glaublich. Auch verrüth der Styl einen andern Ursprung. An 
Fiesole bemerkt man immer eine Giottoschc Spur im Stellen 
der Figuren und in den Kunstbehelfen; der Gewänder nicht zu 
gedenken, die er oft in lange Röhren faltet, und des im Klein- 
sten ausserordentlißhßll FlßiSses, der Miniaturisten eigen ist. 
Auch unterscheidet er sich von ihnen nicht in seinen meisten 
Arbeiten, welche heilige Geschichten aus unseres Herrn, oder 
der Mutter Gottes Leben in Zinunergexniilden darstellen, die in 
Florenz nicht selten sind. Die K. Gallcrie hat deren nxehrere, 
und das heiterstc und vollendeteste ist die Geburt des Täufers. 
Das iigurenreiche Paradies in S. Maria Maddalena de' Pazzi, 
gehört unter seine seltensten, weil es in grössern Verhältnis- 
gen ist, und wol auch schönsten. Sein besonderer Vorzug ist 
die Schönheit in den Gesichtern der Engel und Heiligen; er 
ist ein wahrer Guido jener Zeit, auch in der Sanftheit der 
Farben, die er, obgleich a tempera, doch beinah vollkommen
        

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