Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1284785
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Unteritalien. 
Buch. 
kundlich gcwiehtig, so würde er doch ihr Alterthum bemerk- 
lich gemacht haben. Wie dem aber auch sei, beide sind mit 
sich selbst in Widerspruch. Denn, gieht man zu, dass dieser 
Antonio 74 Jahr alt im Pestjahrc 1384, oder, wie die Anmer- 
mcrkungen sagen, 83 starb, so folgt, er musste mehrere Jahre 
vor Gaddi geboren, und konnte also nicht leicht dessen Schü- 
ler seyn. Auch macht dies seine Zeichnung und Behandlung in 
den Gemälden aus des heil. Ranieri Leben u) zweifelhaft, welche 
sich auf dem Friedhof von Pisa belinden, in welchen eine Ge- 
wandtheit, ein Fleis, eine Wunderlichkeit der Composition be- 
merkbar ist, die eine ganz andere Schule verräth. Ueberdies 
bemerkte Vasari daran eine Art Wandmalerei, welche man 
nicht trocken wieder überging, die anders woher kam und von 
der der Toscaner wetteifernden Künstler verschieden ist. Von 
ihnen aber hielten sich zur Zeit des Geschichtschreibers keine 
Bilder, wie von Antonio. Dort liess er sein Bildnis, wol- 
ches die Bechreiber der Florentiner Gallerie noch in dem be- 
rühmten Malerzimmer finden. Dies freilich ist wol etwas 
neuen Sntylsy, und kann füglich nicht einem so alten Maler 
zugeschrieben werden. Hier will ich denn auch gelegentlich 
bemerken, dass es noch einen Venezianer Antonio giebt, 
welchem dies Bildnis eher beigelegt werden könnte. Die- 
ser malte um 1500 in Osimo in S. Francesco ein Bild im Style 
jener Zeit, und setzte seinen Namen dabei. So erzählte mir 
der Ritter Aequa; sagtenaber, der Name sei weggelösclit, und 
dafür Pietro Perugino gesetzt worden, welchem man da- 
mit sicher keine sonderliche Ehre erwiesen hat. 
12) Vasari ist nicht so arggesinnt gegen die Venetiancr Schule, 
als er scheinen: möchte. Er spricht von jenen Gemälden, "sie wür. 
den allgemein und mit grossem Recht für die besten von allen ge_ 
hallen, die zu mehren-n Zeiten dort von den trefllichsten Meistern 
gemalt wären." S0 zieht er sie ulso allen Florentiixenx und Sieni- 
lchen vor; und dies bestätligt auch P. della V alle, der doch so 
oft von ihm abweicht. Könnte man so gut geschichtlich beweisen, 
als aus mehrerll Spuren vermulhen, dass An tonio schon als M3- 
1er von Venedig kam, nicht erst in Florenz es wurde, so müsste 
man ihn für den ersten uns bekannten tüchtigen Meister dieser Schule 
halten, und durch ihn hätte die Toscaner Schule von der Venezia_ 
ner etwas gelernt. Jedoch herrscht hier ein Dunkel und ich fürchte 
mich Schalten zu verkörpern. 
L.
        

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