Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1284771
Florentiner 
Schule. 
Zeitraum. 
Abschnitt. 
43 
auftreten wird. Beiden empfahl er sterbend seine beiden Söhne 
und Schüler: Giovanni, der mit dem Rufe eines guten Kopfs 
in früher Jugend starb, und Angiolo, der, noch einer Lei- 
tung bedürftig, sehr jung seyn musste; er starb, nach Va- 
sari, 65 Jahr alt, im Jahr 1539, wie Baldinuecihinzu- 
setzt. Er förderte die Kunst nicht, wie er konnte, und be- 
gnügte sich, Giotto's und seines Vaters Styl nachzuahmen; 
was ihm auch Wunderbar gelang. In der Paneraziuskirche war 
ein Bild von ihm mit mehrern Heiligen und einigen evangeli- 
schen Geschichten, welches jetzt, in mehrere Stücken gßthßilt, 
im Kloster beiindlich und im besten Geschmack jener Zeit ist. 
Von gleichem Style ist ein anderes in der Sacristei der Or- 
densbrüder, für welche er auf dem Chor der Kirche als Wand- 
gemälde die Geschichte des wiederaufgefundenen Kreuzes und 
dessen Forschadung zu Zeiten Heraclius malte; ein Werk, das 
geringer ist, als die andern, weil grösser und für ihn neuer! 
Auch in Venedig lebte er, mehr als lhiufmann, denn als Ma- 
ler; und Baldinucci, der jeden Umstand für sein System 
benutzt, leitet von ihm, wenn nicht die Gründung, doch min- 
destens die Verbesserung jener Schule her. Dass aber die Ve- 
nezianer Schule sich dem neuen Style näherte, ehe Angiolo 
dort lehren konnte, beweise ich seines Orts. Auch habe ich 
unter so vielen alten Gemälden in Venedig nicht eines in 
Angi0l0's zartem Style gesehen. Wol erzog er für Vene- 
dig Stefan 0 von Verona, wovon später die Rede seyn. wird; 
und für Florenz einen Cennino Cennini, den Vasari 
wegen seiner Farbengebung lobt. Von ihm als Schriftsteller 
wird bald die Rede seyn.    
Dem Angiol Gaddi soll ein Antonio von Venedig 
zugethan gewesen seyn, über welchen jedoch Vasari und 
Baldinucci sich widersprechen. Ersterer lässt ihn in Ve- 
nedig geboren werden, und zu Angiol Güddi nach Flßfßllz 
bringen, um dort die Malerei zu lernen. Letzterer, ein Syste- 
matiker, wie wir wissen, behauptet, er sey zu Florenz gebo- 
ren, und der Venezianer sey er bloss genannt werden, Weil 
er lange in Venedig gelebt, wo er bekanntlich viel im Palast 
und für Einzelne malte. Dafür führt Baldinucci, ich weiss 
nicht was für Denkwürdigkeiteil aus der Bibliothek Strozzi an, 
die ihm vielleicht selbst verdächtig sind; denn, waren sie ur-
        

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