Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1284759
Florentiner 
Schule. 
Zeitraum. 
Abschnitt. 
45 
als Andere, zu besiegen. Er versuchte zuerst die Verkürzun- 
gen in der Malerei, und erreichte er auch hier nicht, was er 
Wßlltc, so verbesserte er doch die Fernsicht in Gebäuden, die 
Stellungen, die Mannichfaltigkeit und Lebendigkeit in den 
Köpfen ungemein. Nach Landino's Zeugnis ward er der 
Alie der Natur genannt. Ein Lohsprueh eines rohen Jahrhun- 
derts freilich!  denn dies Thier ahmt die Handlungen der 
Menschen nach, aber immer schlecht; dahingegen Stefano 
den Werken der Natur gleichzukommen und sie zu übertreffen 
bemüht war. Was ihm in Ara Coeli zu Rom, in der Heil. 
Geistkirchc zu Florenz, und anderswo am meisten berühmt 
machte, ist Alles untergegangen. Ein unbestreitbares Gemälde 
in seiner Vaterstadt ist mir nicht bekannt; doch zeigt man 
von ihm ein Christusbild auf dem Friedhof zu Pisa, in der 
That in grösserm Styl, als des Meisters Werke, aber nachge- 
bessert. Von seinem Sohne und Schüler, wie Einige glauben, 
Tommas o, ist in S. Remigi zu Florenz eine Frömmigkeit, 
die nicht Giottesker seyn könnte. So auch einige Wandge- 
mälde in Assisi. Er verdient den Beinamen Giottino, den 
ihm seine Mitbürger gaben, weil, wie sie sagten, Giotto's 
Geist in ihn übergegangen und wirksam sey. Baldinueci 
behauptete, man dürfe mit ihm einen andern ähnlichen Namens 
nicht verwechseln, der auf einem Bilde in der Villa der edlen 
Tolomei sich unterschrieb Tommaso di Stefano Fortu- 
natino de" Gueci Tolomei. Cinelli jedoch, Baldi- 
nucci's grosser Widersacher, schreibt es dem Giottino zu; 
wie mich dünkt, nicht mit Unrecht. Dieser hinterliess einen 
von Vasari sehr gelobten Lippe, der aber mehr sein Nach- 
ahmer, als Schüler seyn möchte. Giottino's Schüler war 
Gio. Tossicani von Arezzo, der in Pisa und ganz Tos- 
cana arbeitete. In der Taufkapelle zu Arezzo sind noch von 
ihm der heil, Philipp und Jakob, welche Vasari in seiner 
Jugend überarbeitete, und woraus er, wiewol sie sehr verdor- 
ben waren, doelr viel gelernt zu haben gesteht. Mit ihm ging 
der beste Zweig der Giottisten unter. 
Taddeo Gaddi ist gleichsam Giotto's Giulio Ro- 
man o, sein vertrautester und geliebtester Schüler. Vasari, 
der mehrere seiner in Florenz erhaltenen Wand- und 'l'afelge- 
nxülde sah, behauptet, er habe den Meister in Colorit und
        

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