Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1284719
Florenti-ner 
Schule. 
Zeitraum. 
Abschnitt. 
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dem Friedhof die Weltschöpfung, wo ein fünf Ellen hohe;- 
Gott Vater das grosse Gebäude der Himmel und Elemente 
stützt; und drei andere, der erste Mensch, seine Söhne und 
Noah. Auch sind dort die Kreuzigung, die Auferstehung, und 
die Himmelfahrt des Erlösers. Grosses Ebenmaas ist da nicht 
zu suchen; Zeichnung verstand er wenig, und in den Figu- 
ren befolgte er andere Regeln, als die Schlankheit der Glot- 
tisten. Schönheit und hinlüngliche Iilannichfaltigkeit fehlt 
seinen Köpfen; die frommen Frauen bei dem Gekreuzigten 
haben fast alle dieselben gemeinen, und durch hässliches Mund- 
aufsperren noch hässlichern Züge, Doch ist manch männli- 
ches Gesicht darunter, das durch Lebhaftigkeit, oder-Gesichts- 
bildung anzieht, namentlich Kain. Auch in den Gebärden ist 
zuweilen die Natürlichkeit zu loben, wie in dem, Welcher sich 
voll Schreckens von der Schädelstiitte wegwendet und flieht. 
Die Gewänder sind mannichfaltig, in Zeueh und Futter ver- 
schieden, und mühsam mit Blumen und Besiitzen verziert. 
Früher, als auf dem Friedhof, arbeitete er auch in der Pauls- 
kirche zu Ripa d'Arno, wo ihm ein gewisser Bruno di Gic- 
vanni, sein ehemaliger lllitschüler, half, welcher für den 
Künstler der Heil. Ursula, die noch in der Komturei vorhan- 
den ist, gehalten wird. Da. er Buffalnracccßs Ausdruck 
nicht erreichen konnte, so ergänzte er dies mit Zeichen und 
Worten aus dem Munde der Figuren, welche das erklären soll- 
ten, was Mienen und Gebärden nicht sagen konnten; worin 
ihm Cimabue voranging, und der seltsame Oreagna nebst 
andern folgte. Dieser Bruno war, nebst Nello di Din o, 
Buffalmacccfs Gesell bei den Streichen, die sie dem ein- 
fültigen Calandrino spielten. Diese alle verdanken ihre 
Erwähnung Boccaccio's Decamerone im 8. Tage; und, 
wie sie, ein Zimmermaler Bartolo Gioggi, Sacchett?! 
lcheint es min", als könne er mit Giotto wenig Verkehr- gehabt 
haben; denn dieSe sind theils roher und ungeordneter in der Zu- 
sammenstellung der Figuren, theils ganz eigenthümlich, durch eine 
ins Schwertäliige ausnrmende Fülle und Grösse der Formen; Jedoch 
scheint sich dieser Meister, wie er auch gelueissen habe, V01" Seinen 
Zeitgenossen und Vorgängern durch die Kennlinien der Zeichnung 
nackter Körper BUSZUlCiCiHIell. Sind vor ihm wohl andere nackte 
Figuren, als die des Gekreuzigten, (largenlcllfworden! Q.
        

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