Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1284709
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Unterilalien. 
Buch. 
führt, die Namen der vierzehn Maler nennt, welche Vorsteher, 
Riithe und Kämmerer derselben waren; dennoch aber weder 
diese, noch viele andere in jener Handschrift genannte, bis 
auf wenige, in seinen Lebensbeschreibungen weiter erwähnt. 
Eben diese Auswahl traf auch Baldinueci, in dessen Ve- 
glia viele Maler vorkommen, die um 1300 geblüht haben, deren 
Namen er aber doch nicht in seinen Nolizie aufführt. Nach 
seinen Angaben kann man dreist schliessen", dass er wol über 
hundert, alle aus diesem Jahrhundert übergangen hat  Es. 
ist also unwahr, dass diese beiden Geschichtschreiber viele 
mittelmässige Künstler gelobt, blos weil sie Florentincr wa- 
ren, wie einigc Ausländer ihnen vorgeworfen haben; und die 
Landsleute, welche sie der Nachwelt andeuten, verdienten es 
wol nicht weniger, als die Venezianer, Bologneser und Lom- 
barden, welche wir bei ihren Schulen loben. Aus der Zahl der 
merkwürdigen Maler streiche ich nicht einmal den kurzweiligen 
Buffalmacco, von welchem bei Boccaccio und Sacchetti 
Possen vorkommen, die ihn berühmter machen, als seine Ma- 
lereien. Sein wahrer Name war Buonamico di Cristo- 
fan o. Er war Tafißs Schüler; da er aber lange zu Giot- 
to's Zeit lebte, hatte er Musse, sich im herrschenden Ge- 
schmack zu bilden. Er war sehr lebhaften Geistes; und wollte 
er nur Fleiss und Mühe anwenden, was selten geschah, so 
stand er keinem seiner Zeit nach. So sagt Vasari. Schade, 
dass seine bessern Werke in der Kloster- und Allerheiligen- 
kirche untergegangen, und nur noch einige minder fleissige in 
Arezzo und Pisa3) übrig sind! Die besterhaltenen sind auf 
2) Blos die Zahl derer, die ich nur nach Zeit, Namen, Kunst 
und Begräbniss aus alten Bürhern kenne  ich spreche von denen 
aus dem 14, Jahrhundert  beläuft sich in Florenz auf hundert, die- 
jenigen abgerechnet, welche von mehrern Alterthunlsforschern unse- 
res Vaterlandes aufgefunden und genannt worden sind, ferner die, 
welche in dem alten Gesetzbuch der Malergesellschaft aufgeführt wer. 
den. So sagt er in den Noliz-ie de! Gillggi. Die Florentiner M3- 
1er dieses Jahrhunderts, welche aus einem Pergamen des diplorm 
Archiv der Canonicus Moreni angeführt hat, s. im 4. Tll- Seiner 
Notizie islar. S. 102. Andere hat der Abt Vincenzo Follini 
B11 der magliuhrochischen Bücherei aus mehrern Handschlu, so wie 
aus den novelle lelzcrarie (h? Pin, den Dnlizie de? letter. des Ilde- 
101'280, ßllsTargioniis Reisen und andern llierken, die hier zur 
Erganzung dienen können, gesammelt und mir mitgelheilt. L, 
3) Wenn die Malereien im Campo Santo zu Pisa, welche man 
für lrVerke des Buffalmacco ausgiebt, wirklich von ihm sind, so
        

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