Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1284675
Florentiner 
Schule. 
Abschnitt, 
33 
Heiligenscheine, ihre Kleider, und Besiitze, Hatten darin auch 
wol die Maler selbst Geschick, so scheinen sie doch Schnitz- 
ler und Vergolder dabei gebraucht zu haben, die mithin sich 
ihnen anreihten, und, wie sie, ihre Namen unter die Arbei- 
ten setzten. So thaten die kurz vorher erwähnten Cini und 
Saracini; vorzüglich ein Ferraracr, der zu Venedig auf Ge- 
mälden der Vivarini seinen Namen voransetzt (S. Zanetti 
pittur. ven. p. 15); und im Dom zu Ceneda steht unter ei- 
ner Krönung der Maria, wo der Maler sich nicht um Nach- 
ruhm kümmerte, der Name des genannten Schnitzlers, wie 
mir Lorenzo Giustiniani, ein Venediger Patrieier mitge- 
theilt hat: 1438 a di 10 Frever Christafalo du Ferara 
intajb.  
Gegen Ende des vierzehnten Jahrhunderts, als allmälig das 
Gothisehe in der Baukunst abkam, ward auch die Zeichnung 
der Schnitzler besser. Man stellte nun auf die Altare ablange 
Tafeln mit verschiedenen pfeiler- oder süulenartigen Unten 
schieden oder Abtheilungen, zuweilen auch blinden Thürcn 
und Fenstern, so dass die Ancona oder der Altaraufsatz eini- 
germassen den Antlizseiten von Palästen, oder Tempeln glich. 
Zuweilen brachte man einen Frics, und darüber noch einen 
Giebel mit andern Bildern an. Unten standen die Heiligen, 
und oft waren ihre Geschichten in einem vertieften Feldchen, 
oder an dem stuligcn Unterbau gemalt. Nach und nach nahm 
man die Unterschiede weg, die Verhältnise der Figuren wur- 
den grösser; und auf- einer ununterschiedenen Tafel um den 
Thron unseres Herrn standen die l-leiligemnicht mehr so ker- 
zengerade und siiulcnartig, sondern in verschiedenen Stellun- 
gen und Bewegungen; ein Brauch, der noch um 1500 wal- 
tetel Die Vergoldung derb Gründe nahm gegen Anfang des 
15. Jahrhunderts ab; die der Kleider hingegen nahm zu, und 
die Besätze und Schleppen daran waren nie so. breit, als 
damals; bis endlich gegen Ablauf des Jahrhunderts das 
Gold sparsamer, und im folgenden fast gar nicht gebraucht 
wurde. 
Nicht wenig Verdienst um die Kunst erwürhc sich, wer 
uns genau bclehrte, welche Farben, Harze und Mischungen 
die Griechen brauchten. Unstreitig kannten sie das beste Ver- 
fahren hierin durch eine, wenn auch verfälschte, Ueberlic- 
I. au. C
        

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