Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1284669
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Unteritalien. 
Buch. 
diese ihre Meisterschaft so eingebildet, dass sie oft ihre Na- 
men dem des Malers voransetzten  
Auch die Zimmergemälde Wut-den von Schnitzlern zuge- 
richtet, bald dreiflüglieht, bald in Form längliehcr Vierecke; 
und diese umgaben sie mit plumpen Rahmen voll rohen Blu- 
xnenwerks , oder machten eine Kante, oder Laubwerk zur Vor- 
zierung darum. Selten malte man damals bloss auf Leinwand; 
doch hab, ich in Florenz einige gesehen, Xmehr noch in Ve. 
nedig und Bologna; gewöhnlich nahm man Tafeln dazu. Die 
mit Rahmen umgebenen waren oft mit Leinwand überzogen, 
nicht selten mit Pcrgamen, zuweilen mit Leder; in wefchen 
Fällen sie denn wahrscheinlich von denen, welche in solchen 
Stoffen arbeiteten, vor-gerichtet wurden. Darum schlossen sich 
auch an manchen Orten die Sattler an die Maler an. 
Die Geschichte erzählt, dass man nicht nur die Tartschen 
für" Krieg oder Lanzenrennen mit Malerei verzierte, sondern 
auch mancherlei Rcitgeschirr, wie Sattel und Zeug; welche;- 
Brauch noch zu Francia's Zeiten sich erhielt, wie Vasari 
in dessen Leben bemerkt. Und so kommen die Schwertfeger 
und Sattler mit den Malern in Verbindung. Auch mochte es 
Leute geben, welche die iVände zu iVandgemülrlen vorrichte- 
ten und roth grundirten, was man nicht selten bei Abblätter- 
ungen bemerken kann. Auf diesen Grund wurden die Figu- 
ren gezeichnet, und dies waren die Cartons der gutcnzilten, 
Auch die Gypsarbeiter halfen ihnen die Reliefverzierungen ma_ 
eben, welche wir an Mauergemälden sehen. Zu diesen AYML 
tcn, glaube ich, brauchten sie Formen; denn manche Kügel- 
ehen, Blümchen und Sternchen auf Gyps  Leder-, 'l'afel_- und 
selbst SpielkartenVergoldungen scheinen nicht anders, als auf. 
gedruckt zu se-yn. Alles, was man bemalte, übergoldete man 
auch; mit Gold verzierte man die Felder des Gemäldes, die 
Jnh. Alb. Fabricii cud. apocr. N. T. benützen. Hinsichtlich der 
'l'hnu:n der Apostel und Alartyrer gehen nicht nur ihre aufrichtigen 
Urkundian, aundern auch Ilie bald ollenbax- falschen, bald wennigstelag 
Verdächtigen, Legenden, welche die Bollandisteln erzählen, Licht, 
T 
llf 
51) Vasari im Leben rTes Spinelli VOn Arezzo: Simon Cini 
aus Florenz nmchle das Schnitzwerk, Gabriel Saracini vergol- 
dete es, "und Spinello di Lucca. d" Arezzo malte es im 
Jahr 1385. L.
        

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