Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1284647
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Unteritalien. 
Buch. 
nicht die erste Gesellschaft in Italien, wie Baldinucci be. 
hauptet; vor 1290 war schon eine in Venedig unter demsel- 
ben Namen errichtet, wie ihrc noch jetzt in S. Sofia auf- 
bewahrten Statuten beweisen. S. Zanetti S. 3. 45  Aber 
weder diese, noch die Florentiner, Bologner, oder eine andere 
ähnliche konnten Zeichnenakademicn heissen; es waren blosg 
Schulen christlicher Frömmigkeit, wie viele Künste sie hatten, 
und noch haben. Auch bestanden sie" nicht bloss aus Malern; 
zwar behaupteten diese immer die ansehnlichste Stelle, abgl- 
es waren doch auch Mctall- und Holzarbeiter dabei, an deren 
Werken die Zeichnung mehr oder weniger Antheil hatte, 
S0 sagt Baldinucci von den Florentinern. So waren in 
der Gesellschaft zu Venedig auch Schreiner, Vergolder und 
andere niedrigere Pinseler; in der zu Bologna sogar Sattler 
und Futteralmacher; und sie trennten sich nur durch Zank 
und Ürtheile von den Malern. Jenes rohe Jahrhundert wür- 
digte den Adel der Malerei noch nicht; was jetzt Professor 
heisst, war damals Meister, was Arbeitsplatz, hiess Laden. lch 
habe darum oft gezweifelt, dass die Fortschritte der Kunst 
unter uns so schnell gewesen, als unter den Griechen; 
mag die Malerei dort entstanden, oder bald geadelt worden 
seyn, hier ist ihre Würde erst spät anerkannt worden. 
Wollte man von diesem allen dem Ursprünge nachgehen, 
so würde man ihn in der zu manchen Arbeiten nöthigen Veibin- 
dung mehrerer Künste zu suchen haben, wovon ich jetzt um 
mehrerer Deutlichkeit willen etwas bestimmter sprechen will, 
Ich habe so eben in der Lucasgesellschaft diei Schreiner go- 
nannt; denn sowol anderes Hausgeräth, als Schrcine, Bänke, 
ja Kästen wurden erst von Mechanikern gemacht, dann  oft 
im Laden selbst, von Schmuck- und Eügurenkünstlern bemalt; 
vorzüglich um die Ausstattung der Bräute hineinzulegen 45]. Aus 
solchem Geräthe wurden viele alte Cabinetgenläilde herausge- 
schnitten und für die Nachwelt aufbewahrt. Die Altarbilder wur- 
45) Ant. M. Zauettz". Della pittura Venezianrz e dellc npere 
pubblicnle dei vmeziani nznestrz". 5 Vol. in 8. und Girolamo Zu- 
nelti rlell origine (li alcune arh" principali pressn z" Venezinni. 
Libri rlue, Vrrnezia 1758 in 8. sind die beidenwwiclxtigten Werke 
über die Venezianische Kunstgeschichte. Q. 
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diese 
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zierlich. 
besonders
        

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