Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1284623
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Unteritalien. 
Buch. 
lllein zweiter Satz ist folgender: niemand ging damals 
'so weit, und wirkte so sehr durch Beispiel zu Förderung 41m. 
Kunst, als die Florentiner. Die wettcifernden Städte können 
sich auch in, der ersten Periode der Malerei verdienter Küngt_ 
1er rühmen; ihre Schriftsteller können Giotto, s und seiner 
Schüler Ruf schmälern; die Thatsache aber siegt über alle 
Wohlredcnheit. Giotto war der Vater der neuen Malerei, wia 
Boccaccio der Vater der neuen Prosa. Nach (diesem wurde 
die Prosa geschickt, jeden Gegenstand gebührlich zu behmh 
deln; und nach jenem konnte auch die Malerei jeden Vorwurf 
gehörig behandeln. Ein Simon von Siena, ein Stefano 
von Florenz, ein Pietro Laurati machen die Kunst liebrei_ 
zcnder; aber den Uebergnng von einem alten zu einem neuen 
Stylo verdanken sie und die übrigen Geister dem Giotto 
Er versuchte ihn in Toscana, und machte als Jüngling schon 
solche Fortschritte darin, dass man ihn für ein Wunder hielt 
Kaum kehrt cr von Assisi zurück, als ihn Bonifaz VUL 
nach Rom beruft; kaum ist der päpstliche Sitz nach Avignon 
verlegt, so ladet ihn Clemens V. nach Frankreich ein. Ehe 
er dahin geht, muss er in Padua verweilen, und als er einige 
Jahre darauf von da zurückkehrt, wird er wieder (lort_aufge_ 
halten. Italien waridamals an mehrern Orten republicanisch; 
doch gab es der mächtigen Familien viele, welche hier und 
da herrschten; und alle suchten ihr Vaterland durch Aus_ 
"Schmückungisich zu gewinnen. lGiotto ward vor Allen ab 
lcnthalbcn gesucht. [Die Polentancr zu Ravenna, die lualillfßgtl 
zu Rinxini, die Estenser zu Ferrara, die Visconti in Mai_ 
land, die Scala in Verona, Castruccio in Lucca, und selbst 
Robert, der König von Neapel, suchten ihn angclegentlich, 
und hatten ihn einige Zeit in ihren Diensten. Auch lllailand, 
Urbino, Arezzo, Bologna wollten Werke von ihm, und Pisa, 
welches in seinem berühmten Friedhofe den besten Kiinstlem 
Toscanzfs eine Ringhahn _eröfl'netc 44) , fast wie Korinth 
44.) Diese Stätte, welche der Pracht der Pisaner slets Ehre machen 
wird, würde ein unschätzbares Museum seyn, wenn die dort beümL 
liehen Gemälde vonGiotto, Memmi, Stefano, Buffallnaclzn, 
Ajnlol: io, den beiden Orcn gni, Sp ill EU ü, IHN! rati adel- 
Laurenti sich gehörig erhallexx hällen. Die meisten aber, durch 
Niilse verderbt, wurden in diesem Jalzrhunüert, wiewol vorsichtig,
        

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