Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Italienischen Malerei vom vierten bis ins sechzehnte Jahrhundert
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1270152
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1271362
Lionardds 
Zeichnungen. 
Gewähre mir Nachsicht, Nachwelt." Die Richtschnur seines Lebens hat 
er selbst am schärfsten in dem einzigen uns von ihm erhaltenen Sonette 
ausgesprochen :  
"Kannst wie du Willst nicht. wie du kannst so wolle, 
Weil Wollen thöricht ist wo fehlt das Können; 
Darum verständig ist nur der zu nennen, 
Der WO er nicht kann, auch nicht sagt er wolle. 
Das ist für uns das Lust- und Leidenvolle 
Zu wissen 0b, 0h nicht wir wollen können; 
Drurn kann nur der, der nie vermag zu trennen 
Sein Wollen von dem Wissen was er solle. 
Nicht immer ist zu wollen was wir können; 
Oft däuchte süss was sich in bitter kehrte, 
Oft weint" ich auch, hesass ich was ich wollte. 
Drum mög, 0 Leser, meinerx Bath erkennen: 
Willst du der Gute sein, der Liebenswerthe, 
W0ll' immerdar nur können das Gesollte." 
Die hohe Idealität seines Strebens spricht er nicht minder ent- 
schieden an vielen Stellen seines Traktats über die Malerei aus. S0 
namentlich, WO er den Kunstjünger ermahnt, unablässig jeden Fehler 
in seinem Werke zu verbessern, indem er hinzufügt: „Ünd wenn du 
dich damit entschuldigen solltest, dass du mit N 0th zu kämpfen habest, 
und es dir an Zeit fehle, um zu studiren und dich zum wahren Maler 
auszubilden, so gereicht dir dieses nur zum Vorwurf, denn das Trachten 
nach der Vollkommenheit gewährt allein sowohl Nahrung für den Geist 
wie für den Körper. Wie viele Philosophen, welche mit Reichthümern 
geboren waren, haben denselben als ihrer Ausbildung hinderlich entsagt!" 
Bei dem unheilvollen Verhängniss, Welches über Lionard0's 
Werken gewaltet und die meisten derselben mit Vernichtung oder 
doch mit arger Verwüstung heimgesucht hat, vermögen Wir vom Um- 
fang seiner Künstlerkraft nur durch Betrachtung der zahlreichen noch 
vorhandenen Zeichnungen des Meisters uns eine Vorstellung zu ver- 
schaffen. Den grössten Schatz derselben bewahrt die königliche Samm- 
lung zu Windsor, die allein drei Bände umfasst, neuerdings von der 
Grosvenor Gallery durch Lichtdruck veröffentlicht. Daran reihen sich 
die Sammlungen der Üffizien in Florenz und der Ambrosiana zu 
Mailand, ferner die reichen Sammlungen des Louvre, der Akademie 
zu Venedig und der Albertina zu Wien. Ausserdem befinden sich
        

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