Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Italienischen Malerei vom vierten bis ins sechzehnte Jahrhundert
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1270152
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1277135
Bergamasken: 
Santa 
Francesco 
Croce. 
623 
Vom Jahre 1526 besitzt das Belvedere in Wien eine Darstellung der 
Salome mit dem Haupte Johannes des Täufers von flotter Freiheit der 
Behandlung. Seit 1529 finden wir Calisto dann in seiner Vaterstadt 
Lodi, und aus dieser Zeit datirt die Altartafel mit dem Kindermord 
im Dom und die Enthauptung Johannes des Täufers in der Incoronata. 
Noch mehrere spätere Werke des Künstlers sieht man in derselben 
Kirche. Dass er auch als Freskomaler grosses Geschick entfaltete, 
verrathen die aus San Maurizio in die Brera gelangten Bilder, nament- 
lich eine Hochzeit zu Kana, angeblich vom Jahr 1,545, 
Auch Bergamo, welches seit geraumer Zeit der venezianischen 
lilachtsphäre angehörte und seit 1428 dauernd im Besitz der Republik 
von S. Marco geblieben war, vollzog in dieser Epoche seine Schwenkung 
vom lombardischen zum venezianischen Stil. War doch Palma selbst ein 
Bergamaske, der jedoch so früh nach Venedig kam und so unbedingt 
in die Entwicklung der dortigen Kunst eingriff, dass wir ihn unter 
den Venezianern zu betrachten hatten. Anders verhält es sich mit 
verschiedenen Künstlern von Bergamo, die, durchweg von geringerer 
Bedeutung, gewisse lokale Eigenheiten ausbilden, in welchen freilich 
der venezianische Stil die Grundlage bildet. Solcher Art war Fran- 
cesco da Santa Oroce, von seinem Geburtsort im Thal des Brembo so 
genannt. Er gehört noch zu der älteren Gruppe, die aus den An- 
schauungen Bellini's hervorging, dessen alterthümliche Weise er als 
verspäteter Nachzügler noch bis 1541, wo sein letztes, uns bekanntes 
Werk entstand, festhielt. Er begegnet sich darin mit seinem Lands- 
mann Previtali und nähert sich in manchen seiner Werke dem Bissolo, 
dem er in der verblasenen Behandlung der Farbe bisweilen gleicht. 
Wie sehr er durch Bellini bedingt. ist, erkennt man an der thronenden 
Madonna in S. Pietro Martire in "Murano vom Jahre 1507, einem 
anmuthigen Bilde von weichem lichtem Farbenton, auf welchem der 
Künstler sich ausdrücklich als Schüler Giovanni Bellinfs bezeichnet. 
Etwas früher (1504) entstand die mit der Jahrzahl und dem Namen 
des Künstlers DFranciscus de Santa crucis" bezeichneten Verkündigung 
in der Galerie von Bergam o, etwas lahm in der Composition und 
bunt in der Färbung, aber von anziehendem Ausdruck. Merkwürdig 
alterthümlich mit breiten schweren geistlosen Typen zeigt er sich auf 
der grossen Tafel der Akademie zu Venedig vom Jahre 1513, welche
        

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