Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Italienischen Malerei vom vierten bis ins sechzehnte Jahrhundert
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1270152
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1276970
Fioravante Ferramola. 
Brescianer: 
Girolamo 
Romanino. 
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wann nunmehr, durch die politische Abhängigkeit gefördert, die farben- 
prächtige Kunst Venedigs siegreichen Eingang. Eine Uebergangs- 
stellung scheint zunächst Floriano oder Fiora-vante Fewamola einzu- 
nehmen. Als die Stadt 1512 von den Franzosen im Sturm erobert und 
in furchtbarster Weise geplündert wurde, traf auch Ferramola das 
Geschick, dass seine Werkstatt von der wüthenden Soldateska ver- 
wüstet wurde. Der berühmte Anführer des französischen Heeres, 
Gaston de Foix, der bald darauf in der Schlacht von Ravenna den 
Heldentod finden sollte, hatte schon die vollständige Zerstörung der 
Stadt beschlossen, als ein edler Patrizier, Pietro Porcellaja, ihn durch 
seine Vorstellungen von dieser Gräuelthat zurückhielt. Zum Dank 
dafür liess die Stadt den Patrioten durch Ferramola in der Kirche 
S. Pietro in einem Wandgemälde verewigen, Welches freilich nicht 
mehr vorhanden ist. Auch der feindliche Heerführer soll dem Künstler 
damals zu einem Bilde gesessen haben, von welchem Mündler eine alte 
Copie in der Galerie zu Versailles entdeckt hat. Die wenigen erhaltenen 
Werke Ferramola's, wie der kreuztragende Christus in der Galerie zu 
Brescia, die Fresken von 1514 in S. Maria zu Lovere, die Ver- 
kündigung in einer Lunette am Oarmine zu Brescia, lassen einen 
Künstler erkennen, der von paduanischen und ferraresischen Einflüssen 
ausgehend sich allmählich zu freierer Entwicklung erhebt. 
Ungleich bedeutender ist Grirolamo Ronza-nivzo, der seinen Namen 
von dem kleinen bei Bergamo gelegenen Romano empfing, wo er um 
1485 geboren ward. Wo er seine erste Ausbildung erhalten hat, 
können wir nicht nachweisen, denn der brescianer Maler Stefano Ricci, 
welcher ihn zuerst unterrichtet haben soll, ist für uns nur ein Name 
ohne alle Bedeutung. Jedenfalls hat Venedig früh auf Romanino ein- 
gewirkt, und auch die Künstler des Friaul, besonders Pellegrino, mögen 
ihm früh bekannt geworden sein. Ohne Frage aber sind es vorzüg- 
lich Giorgione und Palma, deren glänzende Farbenwirkungen ihm als 
höchstes Muster vor Augen standen. Ohne zu den grossen Meistern 
der Kunst zu gehören, hinter denen er durch eine oft nachlässige und 
oberflächliche Behandlung, besonders auch durch eine Vorliebe für un- 
feine, ja plumpe Gestalten zurückbleibt, steht Romanino doch durch die 
feurige Gluth seiner Bilder, durch die festliche Pracht und die strah- 
lende Wirkung auf einer achtungswerthen Höhe] Auch im feierlichen 
Aufbau seiner Altartafeln schliesst es sich in würdiger Weise den 
Ueberlieferungen der grossen Kunst seiner Zeit an. 
Zu seinen früheren Werken gehört eine Madonna im Museum
        

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