Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Italienischen Malerei vom vierten bis ins sechzehnte Jahrhundert
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1270152
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1276713
Yeroneser 1 
Girolamo Mocetto. 
Francesco Torhido. 
der Farbe ausgezeichnet. Schwächer ist die Fusswaschung, nament- 
lich in den Köpfen etwas leer und gleichgültig, die Behandlung weniger 
sorgfältig. Zu demselben Cyclus gehört eine Reihe von sechs ein- 
zelnen Heiligen, die wieder überaus gediegen behandelt sind. 
Aus dem Jahr 1519 besitzt die Nationalgalerie zu London ein 
tretlliches Bild des h. Rochus, ausserdem eine schöne h. Familie, ein 
Werk, welches wie überhaupt die späteren Arbeiten des Künstlers, den 
Einfluss Rafaels in anziehender Weise verräth. Noch mehrere tüchtige 
Bilder sieht man in der Galerie zu Verona, namentlich sein grosses 
Hauptwerk der thronenden Madonna, welche von Engeln und den alle- 
gorischen Gestalten der sieben Tugenden, sowie acht Heiligen umgeben 
ist, und ausserdem die Halbfigur der Stifterin, einer Gräfin de Sacco, 
zeigt. Dies Bild vom Jahr 1522 bezeichnet in Grossartigkeit der An- 
ordnung, lebensvoller Freiheit der Gestalten, gediegener Modellirung 
und kraftvoll leuchtendem Kolorit die Höhe dessen, was die vero- 
nesische Schule in dieser classischen Epoche erreicht hat. 
In diese Reihe gehört auch der mehr durch seine Kupferstiche 
beachtenswerthe Girolavno Mocetto, der in seinen durchweg etwas alter- 
thümlichen Bildern sich als Schüler der Bellini und Vivarini zu er- 
kennen gibt. So in einer Madonna der Galerie zu Vicenza, welche 
seinen Namen trägt, während eine ebenfalls bezeichnete Madonna in 
S. Nazaro e Gelso zu Verona ein etwas schwächliehes Werk ist, 
dessen demonstrative Frömmigkeit eigenthümlich genug zwischen Pe- 
rugino und Correggio schwankt. An die Vivarini erinnern die derben 
leuchtenden Heiligenfiguren auf den Glasfenstern in S. Giovanni e 
Paolo zu Venedig, welche ebenfalls seinen Namen tragen. Ein 
männliches Bildniss endlich, ebenfalls bezeichnet, besitzt die Galerie 
zu Modena.  
Mit Francesco Torbiclo, genannt ßil Moro, dringt sodann der aus- 
schliessliche Einfluss der Venezianer in Verona ein, und zwar ist es 
Giorgionds Kunst, welche auf ihn entscheidend gewirkt hat. In S. Zeno 
sieht man eine thronende Madonna mit Heiligen, die weniger in der 
Färbung als vielmehr in der freien Lebendigkeit der Anordnung auf 
venezianische Kunst hinweist; im Chor des Domes malte er nach 
Entwürfen Giulio Romands grosse Fresken aus der Geschichte der 
Madonna in kolossalem Maassstab, bezeichnet mit dem Namen und der 
Jahrzahl 1534.
        

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