Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Italienischen Malerei vom vierten bis ins sechzehnte Jahrhundert
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1270152
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1276236
Tizian. 
Venusbilder. 
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stillen Behagens, der nach erfrischendem Bade oder nach erquickendem 
Schlummer den ganzen Körper durchpulst. Zu ihren Füssen liegt ihr 
Schoosshündchen gekauert; im Hintergrunde des Gemaches sind zwei 
Zofen beschäftigt, aus einer Truhe die Gewänder für die Herrin her- 
vorzusuchen. Hier sind die Formen voller, frauenhafter, und doch 
noch ein geschmeidig schlanker Wuchs, dabei in Kopf und Gestalt 
ein wunderbar fesselnder individueller Reiz. Die Schöne hält in der 
Rechten einen Rosenstrauss, während die Linke nachlässig im Schoosse 
ruht. Bewundernswürdig ist die Modellirung dieser köstlichen Formen, 
Ruhende Venus, 
nafzh Tizian. 
Dresden. 
die wie in Licht gebadet, von dem weissen Linnen mit dem warmen 
Hauch pulsirenden Lebens sich abheben. 
Das Motiv war so allgemein beliebt, dass Tizian es später noch- 
mals einer Umgestaltung unterwarf und. in ähnlicher Lage jenes üppige 
Weib mit voll entwickelten Formen malte, welches wir in der zweiten 
Venus der Üffizien (Nr. 1108) bewundern. Hier ist eine an die 
Antike erinnernde Grossartigkeit und Macht frauenhafter Erscheinung 
erreicht, wunschlos und leidenschaftslos ruhend, wie die ewigen Götter, 
huldvoll dem süssen Geflüster eines reizenden Amors lauschend, der 
ihren herrlichen Hals umschlingt und mit ihr kost, während das Schooss-
        

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