Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Italienischen Malerei vom vierten bis ins sechzehnte Jahrhundert
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1270152
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1275438
Luini. 
Bernardino 
Fresken. 
455 
den Stifter Carlo Raymondi, an der, Predella Hieronymus in der 
Wüste und der Tod des Heiligen. Das Ganze gehört zu seinen vor- 
züglichsten Werken, durch Adel der Gestalten, besonders die anmuthige 
Madonna und köstliche musicirende Engel, sowie durch ein tief leuch- 
tendes Kolorit ausgezeichnet. Treiflich endlich ist ein grosses Altar- 
bild in der Hauptkirche von Legnano.  
Ausser den Tafelbildern ist eine grosse Anzahl von Fresken ein 
Beweis für den Fleiss und die Gewandtheit des Meisters. Unter diesem 
kommt zunächst eine Reihe von Arbeiten in Betracht, welche in die 
Galerie der Brera gelangt sind. Manche derselben gehören seiner 
früheren Zeit an. So einige Bruchstücke profaner Dekorationen, welche 
von einem Hause la Pelucca bei Monza stammen, unter Nr. 7, 9, 10, 
17, 38, "ÖO, 55, 64, 68 im ersten Korridor aufgestellt. Es sind spielende 
Kinder von grosser Anmuth, hell und fein gemalt, dann die Verwand- 
lung der Daphne, wobei anziehend naiv geschildert wird, wie Apollo 
träumerisch dasitzt; das Nackte mit Verstandniss behandelt, der Ton 
licht und klar. Dann ebenso die Geburt des Adonis, ein Opfer des 
Pan, endlich der Auszug der Israeliten. Üeberaus anmuthig ist sodann 
ein Cyklus von Darstellungen aus der Geschichte der Madonna, aus 
S. M. della Pace stammend. Zunächst die Verkündigung des Engels 
an die h. Anna, durch innigen Ausdruck, edlen Gewandwurf und rei- 
zende Landschaft ausgezeichnet; Ebenso die Begegnung der h. Anna 
mit Joachim, die Erziehung der Madonna und ihre Vorstellung beim 
Hohenpriester, sowie der Traum Josephs, wobei die tiefe Ruhe des 
Schlafes schön charakterisirt ist. Die Darstellung der Madonna im 
Tempel ist ein lebendig erzählter Vorgang mit treiflichen Volksfiguren. 
Die Geburt der Maria, köstlich leicht und frei gemalt, mit Motiven, 
deren Lebendigkeit an Andrea del Sarto erinnern. Dahin gehört ferner 
die Darstellung, wie Joseph zum Gemahl der Maria bestimmt wird, 
eins der schönsten Werke mit köstlichen Köpfen voll inniger Empfin- 
dung. Vortrefflich ist der Alte, welcher den ob der Kunde ganz er- 
schreckten Joseph zu beruhigen sucht. Endlich Maria und der h. Joseph, 
die von der Vermählung heimkehren, wobei er sie liebreich anblickt 
und sie innig hingegeben ihm folgt. Diese ganze Reihenfolge gehört 
zu den liebenswürdigsten Arbeiten des Meisters. Eins der schönsten 
Stücke ist ferner die aus dem Kloster della Pace stammende Einzel- 
 figur eines jungen Mädchens, schön und kräftig in einem tiefen Kolorit 
ausgeführt und mit herrlichem Gewand, sodann mehrere aus dem Kloster 
delle Vetere stammende Einzelgestalten von Heiligen, sowie des Er-
        

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