Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Italienischen Malerei vom vierten bis ins sechzehnte Jahrhundert
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1270152
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1275308
442 
Buch. 
Kapitel. 
Correggio. 
Arztes in der Galerie zu Dresden mit Recht dem Künstler neuerdings 
allgemein abgesprochen worden; dagegen verräth das herrliche männ- 
liche Bildniss im Belvedere zu Wien, in Lützow's Zeitschrift VIII. 
veröffentlicht, allerdings die nervöse Erregbarkeit und den eigenthüm- 
liehen Farbcnschmelz des grossen Künstlers, wird aber dennoch wohl 
eher dem Lotto zugetheilt werden müssen; eine Ansicht, die, wie ich 
nachträglich sehe, auch Crowe und Cavalcaselle vertreten. 
Aeusserst wenig wissen wir von den Lebensverhältnissen des 
grossen Künstlers. Nur so viel erfahren wir, dass er bei zunehmendem 
Wohlstand bis in den Ausgang der zwanziger Jahre, wie es scheint, 
in glücklichen Verhältnissen zu Parma lebte. Bis in's Jahr 1528 scheint 
kein Zwischenfall die Harmonie seines Daseins getrübt zu haben. Bald 
darauf aber verlor Correggio seine Gattin, und dieser Todesfall mag 
ihm das fernere Verweilen in Parma, wo er seine glücklichsten Zeiten 
und die glänzendsten Erfolge erlebt hatte, verleidet haben. Noch im 
Jahre 1530 zog er sich nach seiner kleinen Geburtsstadt zurück, wo er 
wahrscheinlich in dem von seinem Oheim ererbten Hause die letzten 
Jahre seines Lebens in stiller Zurückgczogenheit zubrachte. In der 
Blüthe seiner Jahre, auf der Höhe der Meisterschaft, wurde Correggio 
am 5. März 1534 vom Tode überrascht und am folgenden Tage in 
der Kirche S. Francesco anspruchslos bestattet. So erlosch im Dunkel 
eines kleinen Landstädtchens, wenig beachtet und unscheinbar, eines 
der glänzendsten Lichter der Malerei. 
Correggids Stil war so ganz der Ausfluss einer im tiefsten Kern 
subjektiv gestimmten Natur, dass seine Schüler und Nachfolger in Nach- 
ahmung der Aeusserlichkeiten seiner Kunstweise unverzüglich dem heil- 
losesten Manierismus verfielen. Ihre Werke gehören zu den affektir- 
testen der Kunstgeschichte; wir verzichten darauf, ihnen nachzugehen. 
Selbst der talentvollste Nachfolger, Francesco IIIGZZOZCI, genannt il Parmi- 
gimzino (1503-1540) ist meistens ungeniessbar, und nur im Bildnigg 
(Museum zu Neapel, Galerie der Uffizien) oft vortrefflich.
        

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