Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Italienischen Malerei vom vierten bis ins sechzehnte Jahrhundert
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1270152
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1270878
Buch. 
Kapitel. 
ital. 
Kunst der 
Hochrenaissance. 
auf Erfindung neuer Intrumente zu verlegen. Das vollständige Streich- 
quartett kommt sodann auf den berühmten Gastmahlbildern der 
Venezianer mehrfach vor. Dies Alles Waren indess einstweilen nur 
vielversprechende Anfange; erst ein halbes Jahrhundert später sollten 
in Palestrina und Gabrieli den Italienern die Vollender ihrer nationalen 
Musik erstehen. 
Einstweilen blieb die Malerei immer noch bedeutend im Vor- 
sprung, und erst als sie abblühte, trat die Musik in die Lücke ein. 
Die noch jugendliche Empfindungskraft der Zeit äusserte sich in einem 
starken Bedürfniss edler Anschauung; sie wollte schönheitstrahlende, 
farbenglanzende Gestalten sehen. Selbst die Poesie wurde von diesem 
malerischen Ideal ergriffen, denn was ist es als ein Zug in's Malerische, 
wenn in den Epen die glänzenden Schilderungen und Beschreibungen fast 
alles Andere zurückdrangen? Und darin kam nicht bloss die vollendete 
Durchbildung der Künstler dem Zuge der Nation entgegen, sondern es fand 
dieselbe auch an der verständnissvollen Theilnahme des ganzen Volkes 
mächtige Förderung. Ein in allen Klassen, von den höchsten Spitzen 
der Gesellschaft bis zum schlichten Bürger, auf's feinste ausgebildeter 
Schönheitssinn forderte und ermöglichte die klassische Entfaltung der 
Malerei. 
schafft 
und 
Wirkt 
diese 
Kunst 
über 
Menschenalter 
einer reinen Höhe der Anschauung, des Wollens und des Vollbringens, 
und bildet die Spitze nicht bloss dessen, was die damalige Kultur 
Italiens vermochte, sondern auch den Gipfel der Malerei des christ- 
lichen Zeitalters. Allerdings besteht auch diese Blüthe, wie alles Herr- 
liche, nur kurze Zeit. Gegen die Mitte des 16. Jahrhunderts ist der 
Höhenpunkt bereits überschritten. Die geistigen Strömungen nehmen 
eine neue Richtung an, und die zu höchster Meisterschaft entwickelte 
Kunst verfüllt der äusserlichen Routine, dem hohlen Phrasenthum. Diesen 
Auflösungsprozess Weiter zu verfolgen füllt nicht mehr in den Rahmen 
unsrer" Darstellung.
        

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