Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Italienischen Malerei vom vierten bis ins sechzehnte Jahrhundert
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1270152
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1274573
Sabbatini. 
Andrea 
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von S. Peter zu übertragen; allein ein Fieber, das ihn gerade befallen 
hatte, nahm eine so gefährliche Wendung, dass es nach vierzehntägiger 
Krankheit am 1. November 1546 seinen Tod herbeiführte. Er wurde 
in S. Barnaba bestattet.  
Im Gegensatze zu der schon in's Derbe schweifenden Entfesselung 
des Stiles eines Giulio Romano lernen wir in Andrea Sabbativzi, der 
nach seinem Geburtsort auch A. da Salemo genannt wird, einen Schüler 
RafaePs kennen, der am meisten unter Allen die Reinheit der Empfin- 
dung und die edle Anmuth des Meisters in sich aufgenommen hat. Er 
scheint früh nach Rom in die Schule RafaePs gekommen zu sein, der 
ihn bei der Ausführung seiner Arbeiten verwendete. Günstig war es 
für seine Entwicklung, dass er schon 1513, durch Familienverhältnisse 
abgerufen, nach seiner Heimath zurückkehrte, wo er in Neapel und 
Salerno bis zu seinem Tode im Jahre 1545 thätig war. Durch dieses 
zeitige Loslösen von Rom gewann er den Vortheil, den rafaelischen 
Stil in seiner feinsten Entfaltung sich anzueignen und mit in die Hei- 
math zu nehmen. War Giulio überwiegend dem Stoffkreis des klas- 
sischen Alterthums zugethan, so begegnen wir in Andrea einem Künstler, 
der in treuer Anhanglichkeit dem überlieferten kirchlichen Darstellungs- 
gebiet sich hingiebt und fast ausschliesslich im Andaehtsbild seinen 
Wirkungskreis Endet. Seine Bilder entsprechen in der Zartheit der 
Formen und der weichen Harmonie des Kolorits den Schöpfungen aus 
RafaePs mittlerer Zeit und halten sich noch völlig frei von der später 
in der römischen Schule auftretenden manieristischen Verflachung. 
Mehrere seiner besten Arbeiten sieht man im Museum zu Neapel. 
Zu den bedeutendsten derselben gehört eine edel componirte Anbetung 
der Könige, dazu in einer Lünettee die allegorische Gestalt der Religion. 
Ferner ebendort ein thronender h. Benedikt zwischen den h. Maurus 
und Placidus, verehrt von den vier Kirchenvätern. Eine tüchtige 
Composition ist auch die Kreuzabnahme. Andere Tafeln ebendort ent- 
halten Legenden des h. Benedikt, Wunder des h. Nicolaus. Zwei 
kleine Bilder mit Scenen aus dem Leben des h. Placidus sind beson- 
ders fein ausgeführt. Auch in den Kirchen Neapels sieht man tüchtige 
Werke seiner Hand; so in S. Domenico (2. Chor-Kap. links) eine 
Madonna, ebendort eine Verkündigung in der Kapelle der Sakristei, 
während die thronende Madonna mit Heiligen in der 1.Kapelle rechts 
durch Üebermalung verdorben ist. Ferner in der Sakristei von S. Fi- 
lippo Neri eine besonders schöne Anbetung der Könige; vor Allem 
aber der Freskenschmuck in der Vorhalle von S. Gennaro de' poveri,
        

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