Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Italienischen Malerei vom vierten bis ins sechzehnte Jahrhundert
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1270152
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1274055
theilen Johannes und ein andrer Apostel milde Gaben an die Bedürf- 
tigen aus, während andre mit der bereits erlangten Unterstützung im 
Hintergrunde auf einer nach aussen ftthreiflen Treppe sich entfernen. 
Die folgenden drei Darstellungen sind dem Apostel Paulus gewid- 
met und beginnen mit der Bestrafung des Elymas, nach der Apostel- 
geschichte XIII. 7 ff. Die Scene ist vor den Thron des Landpflegers 
Sergius verlegt, der vor der Apsis einer prächtigen Halle seinen er- 
höhten Sitz aufgeschlagen hat. Lictoren mit den Fasces nehmen zu 
seiner Rechten die hinaufführenden Stufen ein. Paulus und sein Wider- 
sacher stehen einander gegenüber; der erstere, eine feierliche Gestalt 
mit grossartig drapirtem Mantel, hat eben, indem er die Rechte wie 
beschwörend ausstreckt und in der Linken ein Buch hält, das vernich- 
tende Wort gegen den Zauberer geschleudert, welches diesen mit 
plötzlicher Blindheit schlägt. Mit ergreifender Wahrheit ist die jahe 
Gewalt des Unheils in der Haltung des Unglücklichen geschildert, der 
unsicheren Schrittes, die Hände tastend vorausgestreckt, den Kopf mit 
den erstorbenen Augen wie suchend vorgebeugt, allen Halt verloren 
hat. Seine niedrige zusammengebrochene Figur erhält durch die im- 
posante Gestalt des siegesbewusst ihm gegenüber stehenden Apostels, 
neben welchem man noch Barnabas erblickt, einen machtvollen Gegen- 
satz. In sämmtlichen Anwesenden spiegelt sich auf mannichfache Weise 
das Efsßhütterllde des Vorgangs. Der Proconsul fahrt entsetzt zurück 
und drückt in seinen Mienen Verachtung gegen den Elenden aus; ein 
Gefährte des Zauberers neigt sich halbstarr vor Schrecken vor, um 
ganz nahe durch einen Blick in das Antlitz desselben sich von der 
WVahrheit des Wunders zu überzeugen. Ein schöner Jüngling, der zur 
Linken des Proconsuls auf erhöhter Stufe steht, weist mit atlsgestrecktem 
Arm auf den Erblindeten hin und Wendet sich an die Umstehenden 
wie zur Bestätigung des Ereignisses. Unter diesen sieht man meistens 
bärtige Männer und Greise, die den Vorgang ruhiger betrachten, wäh- 
rend eine junge Frau mit turbanartigem Kopftuch leidenschaftlich er- 
regt auf den Apostel hinweist. An dramatischer Wucht ist diese gewal- 
tige Oßmposition dem Ananias ebenbürtig. Die Zeichnung in der Wind- 
Sßrsammlllllg (N0. 4) ist eine interessante Kopie nach dem Entwurf 
Rafaefs, in welchem namentlich die Köpfe noch nicht ihre volle charak- 
teristisch-dramatische Ausprägung erhalten haben. 
Es folgt sodann das Opfer zu Lystra, nach der Apostelgeschichte 
XIV. 6 ff. Paulus, von Barnabas begleitet, hat dort das Evangelium 
gepredigt und einen Lahmen geheilt. Das Volk, von diesem Wunder 
Lübke, Italien. Blnlorei. II. Q1
        

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