Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Italienischen Malerei vom vierten bis ins sechzehnte Jahrhundert
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1270152
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1272424
176 
Buch. 
Kapitel. 
Florentiner. 
übrigen 
Künstler die von Andrea del Sarto begonnene Ausschmückung der 
Vorhalle im Scalzo vollenden. Er schilderte dort in zwei Fresken 
den Abschied des Johannes von seinen Eltern und seine Begegnung 
mit Christus, die er 1519 vollendete. Ebenso hatte er 1521 in der 
mediceischen Villa zu Poggio a Cajano zu arbeiten, wo er einen 
etwas phantastischen Triumphzug Cicero's malte. Aus seiner späteren 
Zeit stammt auch das wunderliche Bild, welches den Tempel des Her- 
cules darstellt, jetzt in den Üffizien, ursprünglich als Dekoration einer 
Hochzeittrnhe gemalt. Ein ähnliches Bild mit dem Monogramm des 
Meisters, dem Wappen der Medici und der Jahrzahl 1523 Versehen, 
jetzt in der Galerie zu Dresden, schildert die Geschichte von David 
und Bathseba in natürlicher Lebendigkeit und mit frischer Kraft eines 
blühenden Kolorits.  
Die liebevolle Sorgfalt in Beobachtung und Ausführung machte 
Francia Bigio zu einem tüchtigen Porträtmaler, dessen Bildnisse durch 
ruhige Gediegenheit und kraftvolles Kolorit sich so sehr auszeichnen, 
dass sie gelegentlich sowohl auf Andrea del Sarto als auf Rafael zurück- 
geführt worden sind. Solcher Art ist das anziehende Porträt eines 
jungen Mannes in der Gal. Pitti (Nr. 43), mit dem Monogramm des 
Künstlers und der Jahrzahl 1514 bezeichnet, von auffallend dunkler 
Karnation, die aber wohl durch Ausbesserungen herbeigeführt ist. 
Aehnlich dunkel ist das Bildniss eines älteren Mannes im Palast zu 
Windsor, welches das Wappen der Medici und ebenfalls das Mono- 
gramm des Meisters tragt. Von ebenso ungezwungener, natürlicher 
Haltung ist das Porträt eines jungen Mannes in der Galerie zu Berlin, 
wieder mit dem Monogramme und der Jahrzahl 1522 bezeichnet. Auch 
das männliche Bildniss ebendort unter 235, welches früher dem Sebastian 
del Piombo zugeschrieben mirde, ist mit Recht unserm Künstler zurück- 
gegeben worden. Francia Bigio starb 1525. 
Ein anderer, ebenfalls aus Mariottds Werkstatt hervorgegangener 
Künstler, der im Jahr 1475 zu Florenz geborene Gizzliano Bugiarclini, 
berührt sich in seinen künstlerischen Eigenschaften vielfach mit Francia 
Bigio. Er gehörte zu den Kunstjüngern, welche im Garten der Medici 
die antiken Bildwerke studirten. Dort mit Michelangelo befreundet, 
wurde er von diesem in Ghirlandajds Werkstatt geführt, und als 
später Michelangelo die Decke der Sixtina zu malen hatte, berief er 
unter andern seinen Freund Bugiardini als Beistand für die Aus- 
führung. Später erlag er dem EinHuss Michelangelds, der nicht 
günstig auf seine stilistische Entwicklung wirkte. Eine Madonna im
        

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