Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Italienischen Malerei vom vierten bis ins sechzehnte Jahrhundert
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1270152
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1271799
Decke 
SiXÜHH. 
Ausführung. 
117 
sich gegenstemmend dargestellt sind, ist Manches von freier Schön- 
heit, während Anderes gewagt und erzwungen erscheint. 
Was schliesslich die technische Ausführung dieser Werke betrifft, 
so kann darüber nur Der urtheilen, welcher schwindelfrei auf der 
Galerie der Kapelle, mühsam fussend auf dem schmalen Fenstergesims 
und nur gehalten von einem dünnen Eisenstab, die Decke aus unmittel- 
barer Nahe einem eingehenden Studium unterworfen hat. Da. sieht 
man dann mit wachsendem Staunen, Wie diese" unermessliche Welt 
von Gestalten bis in die kleinsten Einzelheiten hinein in einer sou- 
verainen Sicherheit und Bestimmtheit der Zeichnung, in einer Feinheit 
Dekoratiw 
BIichc-langeh 
Sixtina 
plasticher lllodellirung durchgeführt ist, wie sie schwerlich ein zweites 
Kunstwerk in diesem Matasse darbietet. Der Bau und die Fügung der 
Glieder, der Charakter der Formen, die lebensvolle Bestimmtheit bis 
in's Einzelne, bis in Haupt- und Barthaar, bis zu den Nägeln der 
Finger, den schwieligen Falten der Fusssohlen und dgl, das Alles ist 
mit der staunenswerthen Naturtreue des fünfzehnten Jahrhunderts und 
Zugleich mit dem grossen ruhigen Stilgefühl der vollendeten Kunst 
durchgeführt. Man darf hier Wohl wieder an die nicht minder be- 
Wundernswerthe Vollendung der Parthenonskulpturen erinnern, die 
selbst an den Rückseiten der Giebelfiguren sich gleich bleibt, ob- 
wohl der Künstler nicht annehmen konnte, dass dieselben jemals nach 
ihrer Aufstellung von einem menschlichen Ailge geschaut werden
        

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