Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Italienischen Malerei vom vierten bis ins sechzehnte Jahrhundert
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1263451
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1264619
Zweites 
Kapitel. 
Byzantinisch-Romanische 
Epoche. 
(VOm 
11. bis 
zum 
Ende 
Jahrhunderts.) 
Periode. 
Von 10004 
1175. 
Mit der Auflösung des karolingischen Reiches, das zum letzten 
Male den Gedanken der alten römischen Weltmacht verwirklicht hatte, 
beginnt im Norden die frische Naturkraft der germanischen Völker 
sich in selbständiger Staatenbildung und eigenartigem Kulturleben 
fröhlich zu entfalten. Namentlich Deutschland, unter den sächsischen 
und fränkischen Kaisern die führende Macht, ergreift mit jugendlicher 
Begeisterung die von Italien empfangenen Elemente einer höheren 
Civilisation und gestaltet daraus in Architektur, Bildnerei und Malerei 
einen neuen Stil, in Welchem die altrömische Tradition sammt dem 
von der Kirche überlieferten Inhalt mit germanischer Anschauung sich 
verschmelzen. 
Hinter der Tiefe und Energie dieser Bewegung blieb Italien 
einstweilen noch für lange Zeit zurück. Statt eines frischen Volks- 
thums war hier ein verbrauchtes. Kulturvolk, statt der imponirenden 
Einheit einer hervorragenden politischen Gewalt erschütterten hier seit 
dem Untergang des karolingischen Reiches wilde Parteikämpfe das 
Land, welches einem völligen politischen und sittlichen Untergangs 
verfallen zu sein schien. Bis in's 12. Jahrhundert hinein herrschte 
in Italien überall eine Anarchie, welche den Kampf Aller gegen Alle 
herauf führt. Wohl wusste die päpstliche Gewalt allmählich zu einem 
grossartigen Aufbau ihres hierarchischen Systems zu gelangen, allein 
nicht ohne beständigen Kampf mit der trotzigen Bürgerschaft Roms, 
in welcher die republikanischen Ideen des Alterthums. noch einmal 
aufgelebt waren. Und nicht minder heftig war der Streit mit der 
kaiserlichen Gewalt, der die wilden Parteiungen nur noch mehr ver- 
schärfte, in welchen die Adelsfamilien wie die einzelnen Städte gegen
        

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