Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Italienischen Malerei vom vierten bis ins sechzehnte Jahrhundert
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1263451
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1264584
Kapitel. 
Epoche. 
Altchristliche 
59 
Aber der geistige Gehalt ist dieser Entfaltung äusseren Prunks keines- 
Wegs ebenbürtig, und mit dem Hang nach steifer Zierliehkeit contrastirt 
in peinlicher Weise die Vorliebe für grelle Ausmalung roher Marterscenen. 
(Fig 23) Dagegen fehlt es aber auch nicht an Bildern, Welche noch 
von einem Nachklang antiker Anmutll und Lebendigkeit erfüllt sind, 
wie z. B. die liebenswürdige Darstellung der Geburt Maria. (Fig. 24.) 
Die weiteren Schicksale der byzantinischen Miniaturmalerei zu verfolgen 
haben wir hier keinen Anlass. Dagegen möge ein andres Werk der 
zeichnenden Kunst noch Erwähnung ßnden, welches innerhalb der 
byzantinischen Praxis ein letztes Aufleuchten altßhrißtlicher Würde und 
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Fig. 24. 
Mariä Geburt. 
Aus dem Menologium der Vaticana. 
antiker Anmuth bezeichnet. Es ist die sogenannte Kaiserdalmatica 
in der Sakristei der Peterskirche zu Rom, ein prachtvolles Dia- 
conengewand von Pilrpurseide mit reichen Stickereien, auf der Vorder- 
seite die Wiederkunft Christi, auf dem Rücken seine Himmelfahrt, auf 
den Sehulterblättern die Austheilung des Abendmahls in beiderlei 
Gestalt durch den Erlöser darstellend. (Fig. 25.) Feierliche Würde, 
edler Fluss der Gewänder, ausdrucksvolle Bewegungen zeichnen diese 
Compositionen aus, welche etwa dem 11. Jahrhundert anzugehören 
scheinen. Am merkwürdigsten ist bei der Wiederkehr des Herrn die 
ganz jugendliche Gestalt Christi, der mit dem bartlosen Jünglingsantlitz 
an die edelsten Inspirationen der frühchristlichen Zeit erinnert. 
        

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