Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Italienischen Malerei vom vierten bis ins sechzehnte Jahrhundert
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1263451
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1264557
Buch. 
Mittelalter. 
Das 
Scenen voll Leidenschaft, dabei überall noch eine reichliche Anwendung 
antiker Personiükationen von Städten, Flüssen, Bergen u. s. w., so dass 
der Stil im Ganzen den iigurenreichen Compositionen der Trajanssäule 
noch sehr nahe steht. Auch dass Josua überall durch den Nimbus 
ausgezeichnet ist, schreibt sich noch von der Antike 11er. Ungefähr 
aus derselben Zeit stammt eine griechische Handschrift der Genesis 
in der Bibliothek zu Wlien (Fig. 21), von prachtvoller Ausführung 
mit silbernen und goldenen Buchstaben auf purpurtarbigem Pergament, 
mit pastosem Farbenauftrag, in den Compositionen noch überwiegend 
antikisirend und zwar in jener etwas losen Anordnung, die uns von 
antiken Wandmalereien her bekannt ist; doch spricht sich in der Pracht 
der Ausstattung bereits die Tendenz der byzantinischen Kunst aus, die 
Kais. 
xesis der 
Aus der Ger 
Bibliothek zu Wien. 
freilich damals noch der Antike nahe stand. Auch das Manuscript 
des griechischen Arztes Dioskorides über die Pflanzen und ihre Kräfte, 
für die Prinzessin Juliana, die Enkelin Valentinian III. im ersten Viertel 
des sechsten Jahrhunderts geschrieben, jetzt ebenfalls in der Wiener 
Bibliothek, zeigt noch starke Einflüsse der Antike, neben denen je- 
doch auch das byzantinische Element bereits stärker hervortritt. 
Dieses gewinnt 11ml fOYtäU immer mehr die Üeberhand, und je 
weniger Italien in der zunehmenden Auflösung und Verwilderung seiner 
Zustände den Künsten des Friedens und des Luxus Gelegenheit zur 
Anwendung bot , desto glänzender entfaltete sich bei der Prachtliebe 
der Byzantiner die Miniaturmalerei am Hofe von Constantinopel. Auch 
jetzt kommt oft noch ein überraschender Anschluss an die schlichte 
Weise der antiken und der frühchristlichen Kunst zu Tage. So in 
einem Manuscript der Predigten Gregors von Nazianz auf der P aris er
        

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