Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Italienischen Malerei vom vierten bis ins sechzehnte Jahrhundert
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1263451
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1264526
Kapitel. 
Altchristliche 
Epoche. 
53 
die Figuren einzeln auf Postamente gestellt sind, was in Verbindung 
mit dem Gfeisßllhaftßil und Starren ihnen den Charakter hölzerner 
Unbeweglichkeit aufprägt. 
Dass neben dem Mosaik auch die einfache Wandmalerei 
mßnnigfach gePHegt wurde, ßrlßidet keinen Zweifel; aber die meisten 
Werke dieser leichtzerstörbaren Gattung sind untergegdngeIL Nur 
Vvenige? m de? Kfftakomben, Z-  der bekannte Christuskopf von 
S. Ponziano gehort hieher. Um so wichtiger 1st daher die Aufdeckung 
des umfangreichen Bilderschmuekes in der alten Unterkimhe von 
S. Clemente, an deren Ausschmückung vom fünften Jahrhundert an 
bis in den Ausgang der altchristliclien Zeit gearbeitet Wo1'den ist, Die 
Anlage der Kirche geht in die frühesten Zeiten hinauf, da schon der 
h. Hieronymus (392) von ihr spricht. Gregor der Grosse stiftete das 
Benediktinerkloster neben der Kirche, die Slavenapostel Cyrill und 
Method übertrugen 867 hieher die Reliquien des h. Clemens und zwei 
Jahre darauf wurde Cyrill selbst hier bestattet. Der Bau wurde mit 
der ganzen Ümgegend durch Robert Giliscard 1084 eingeäschert, und 
dann erst unter Paschalis II. über der alten Kirche die jetzt vorhan- 
dene erbaut. S0 roh im Ganzen diese Werke ausgeführt sind, die der 
Mehrzahl nach dem achten bis zehnten Jahrhundert anzugehören 
scheinen, so werthvoll sind sie doch wegen der Mannigfaltigkeit ihres 
Inhalts, denn sie bringen unter anderem nicht bloss die Geschichten 
der Passion, sondern auch zahlreiche Heiligcnlegenden, unter denen 
das Martyrium der h. Katharina, die Geschichten des h. Clemens und 
die Scenen aus dem Leben der beiden Slavenapostel besonders hervor- 
treten. Wenn auch die byzantinischen Einfiüsse unverkennbar sind, 
so brachte doch die Aufgabe möglichst lebendig zu erzählen eine er- 
freuliche Unterbrechung in die vom steifen Geremonialstil der späteren 
Mosaiken entseelte Kunst. Dies war das Feld, auf welchem später 
die italienische Malerei ihre grössten Triumphe feiern sollte.  
Ein überwiegend byzantinischer Einiiuss, durch die Nachbarschaft 
von Ravenna bedingt, zeigt sich auch in dem um 832 entstandenen 
Mosaik der Apsis von S. Ambrogio in Mailand. In der Mitte wieder 
Christus thronend, von fast absehreckendem Ausdruck, der durch die 
grellen Farben noch verstärkt wird; neben ihm stehen die h. Gervasiusx 
und Protasius, zwei feierliche Gestalten, denen zwei schwebende Engel 
die Kronen bringen. Auf beiden Seiten sind die Städte Mailand und 
Tours dargestellt, in welchen man dort den h. Ambrosius Messe lesen, 
hier ihn den h. Martinus bestatten sieht. Durch ein Wunder nämlich
        

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