Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Italienischen Malerei vom vierten bis ins sechzehnte Jahrhundert
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1263451
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1264501
Kapitel. 
Altchristliche Epoche. 
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mandelförmigen Nimbus, der sogenannten lllandotla) von Zwei En e1_ 
gestalten umschwebt, während drei auf den Knieen am Boden Pin- 
gestreckte Apostel nach orientalischer Sitte ihn anbeten mit den Weissen 
Feierkleidern ihre Augen gegen den Himmelsglanz )der Erscheinun 
schützend: offenbar eine Darstellung der Verklärung Christi die hiegi 
vielleicht zum ersten Mal in historischer Auffassung vorkomät Den 
Abschluss auf jeder Seite macht ein Bild der Madonna, und zwar ei  
mal bei der Verkündigung, das andre Mal mit dem Christugkjnd all; 
dem Schoosse. Die Ausführung dieser Werke zeugt indess von wrosser 
Rohheit bei harter, greller Farbengebung. b 
Derselbe Papst erbaute dann im Palast des Lateran ein präch- 
tiges Triklinium, das als Empfangs- und Speisesaal bei feierlichen 
Gelegenheiten diente, die Wände mit weisscm Marmor bekleidet, die 
Decke von Porphyrsäulen getragen, die Wölbungen der drei grossen 
Nischen mit Mosaiken geschmückt. Das eine dieser Gemälde ist uns 
in einer späteren Nachbildung der Tribuna neben der Scala sante, 
erhalten. Sein Gegenstand zeigt eine Illustration der römischen Deeti-in 
welche die göttliche Begründung der Papstgewalt enthält. In der Mittig, 
erscheint Christus nach der Auferstehung unter seinen Jüngern, die 
mit aufgeschürzten Gewändern reisefertig dastehen, um die Lehre ihres 
Meisters in alle Welt zu tragen. Daneben an den Bogenzwickeln Sieht 
man rechts den Heiland thfßnßn, Wie er dem vor ihm knieenden 
Papst Silvester die Schlüssel der geistlichen Gewalt, dem Kaiser Cen- 
stantin das geweihte Banner des Labarum als Zeichen weltlicher Macht 
verleiht. Auf der andern Seite wird dieser theokratische Gedanke 
dann Weiwr ausgesponnenß indem PGtFUS als Stellvertreter Christi den 
Thren einnimmt; dem PaPSt LQO die priesterliche Stola, Carl dem 
Grossen das Banner überreichend. Man sieht, wie hier die Kunst 
völlig in's trocken Dogmatische und steif Ceremonielle aufgegangen ist, 
Nicht minder bedeutend waren die künstlerischen Unternehmungen 
von Leo's Nachfolger Paschalis, der in der kurzen Zeit seines Ponti- 
tikats (817  824) nicht weniger als drei grosse musivische Cyelen 
ausführen lieSS- Den gYÖSSten Umfang zeigen diejenigen in Sta. Prag- 
sede. (Fig. 18.) Die Apsis begnügt sich mit einer roheren Nach- 
bildung des MOSHikS Voll S. Cosma e Damiano: wie dort, so Steht 
auch hier Christus auf blauem Wolkengrunde zwischen sechs Heiligen- 
gestelteh, unter denen Papst Paschalis mit dem Modell der Kirche 
erscheint; auch der Fries mit den Lämmern ist dem älteren Vorbild 
nachgeahmt. Reiche Anwendung von Gold in den Gewändern zeugt
        

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