Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Italienischen Malerei vom vierten bis ins sechzehnte Jahrhundert
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1263451
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1264449
Kapitel. 
Altchristliche 
Epoche. 
47 
(bis 677) ausgeführt wurde, sind-nur die-Gemälde der Apsis und (168 
Triumphbogens erhalten. Die Nische zeigt einen Rückfall 1n frühere 
S mbolik und zwar in etwas dürftiger WVe1se, da die Mitte nur ein 
lyosses Iireuz ausfüllt mit dem Brustbilde Christi zwischen Moses und 
äliias, die ebenfalls in Halbiiguren dargestellt sind. Darunter eine 
hügelige Landschaft, so dass die Verklärung auf Tabor, wenn auch 
in bloss andeutend symbolischer Welse, unverkennbar ist. Darunter 
Sieht man St. Apollinaris in der Mitte, umgeben von seiner Ileerde, 
die durch Lämmer symbolisirt wird. An den Wänden der Nische 
einerseits, mit einem Anklang an die Bllaer von S- Vitale, die drei 
vorbildlichen Opfer des alten Bundes, Abel: fA-"bräham und Melchisedek; 
gegenüber merkwürdiger Weise ein Ceremonienblld, nach dellIl Vorgang 
von S. Vitale, wie Bischof Reparatus von Kaiser Constantin IV. und 
dessen Brüdern Heracliuis und Tiberius die Privilegien seiner Kirche 
sich bestätigen lässt. Zwischen den Fenstern endlich vier überlebens- 
grosse Gestalten ravennatisoher Bischöfe. Am Triumphbogen erscheint 
in der Mitte das Brustbild Christi zwischen den Symbolen der Evan- 
gelisten, an den Sciten Jerusalem und Bethlehem, aus deren Thoren 
zwölf Lämmer hervorschreiten. An den Wandpfeilern schliessen die 
Gestalten der Erzengel Michael und Gabriel, darunter die Brustbilder 
von Matthäus und Lucas diese Darstellungen ab. Einen interessanten 
Schmuck hatten endlich die Wände des Mittelschiffs, über dessen Ar- 
kaden ein llledaillonfries mit den Brustbildern ravennatischer Bischöfe 
sich hinzo ; jetzt völlig erneuert. Obwohl auch die Mosaiken der 
Apsis starlge Restaurationen zeigen, erkennt man aus denselben doch, 
dass die Kunst jener Epoche trotz einzelner bessereir ZiLge älleäelbelil 
Verknöcherun und Erstarrung anheim gefallen war, ie ü cra M113 S 
die tiefste Stuie des Verfalls bezeichnet. 
Während so in Ravenna ein Jahrhundert hindurch die musivische 
Malerei glänzende Werke hervorbrachte, gestalteten sich in R019 dle 
Schicksale der Kunst unter dem EinHuss der erschütternden Weßhsel- 
falle, welchen. die ewige Stadt ausgesetzt war, in wesentlich verschie- 
dener Weise. Zwar fehlt es auch hier nicht an neuen kirchlichen 
Stiftungen, die durch Bauten von Basiliken und deren malerische 
Ausstattung sich dokumentiren, ja selbst in den schlimmsten Zeiten 
wurden ansehnliche Schöpfungen dieser Art ausgeführt, wie denn Papst 
Pelagius II,  590) die Basilika S, Lorenzo mit ihren eleganten dop- 
pelten Säulenreihen in Seitenschiffen und Emporen errichten liess. 
Abel. ein immer tieferes Sinken der Technik, ein immer geistloseres
        

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