Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Italienischen Malerei vom vierten bis ins sechzehnte Jahrhundert
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1263451
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1269836
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Buch. 
Die Frührenaissance. 
artigen Typus GiovanniiBellinYs in etwas vergröberter Nachbildung 
zeigt. Dass Mansueti ein angesehener Künstler war, erkennt man aus 
den bedeutenden Auftragen, die ihm zu Theil wurden; er selbst nennt 
sich auf seinem 1494 für die Scuola di S. Giovanni Ev. gemalten, 
jetzt in der Akademie befindlichen Legendenbilde einen Schüler Bel- 
lini's. Üngleich niedriger steht Benedetto Diana, von welchem die 
Akademie eine noch sehr befangene thronende Madonna mit dem 
Namen des Künstlers besitzt. Von ähnlicher Geringfügigkeit ist 
Mama Marziale, dessen Bilder von einem geringen Talent und von 
einer bis tief in's Triviale gehenden Aufnahme schwerfalliger deutscher 
Formbildungen zeugen. Solcher Art ist namentlich eine Darstellung 
des Gastmahls zu Emmaus vom Jahr 1506 in der Akademie zu 
Venedig, wiederholt in einem Bilde des Museums zu Berlin von 
1507, das auch in der harten Trockenheit und bunten Unruhe der 
Farbe aus den Traditionen der venezianischen Kunst herausfallt. 
Werthvoller für die Betrachtung ist Jacopo cle' Barbara", der sich 
nach Deutschland und den Niederlanden begab und dort starke Ein- 
flüsse der nordischen Kunst empfing, seinerseits aber, wenn auch nur 
vorübergehend, auf die Nürnberger Kunst, namentlich auf Dürer, ein- 
wirkte. Es ist kein Zweifel mehr, dass er identisch ist mit dem von 
dem nürnberger Meister als "Jacob Walch" (d. i. der Wälsche) 
bezeichneten Künstler. -Dürer erzählt, wie derselbe ihm in seiner 
Jugend Unterweisungen über die menschlichen Proportionen gegeben 
habe. Er nennt ihn einen vlieblichen Malera, stimmt aber nachher bei 
genauerer Vertrautheit mit der venezianischen Kunst seine Meinung 
von ihm beträchtlich herab. Ohne Frage hat Jacopo namentlich durch 
seine Kupferstiche, und zwar besonders durch seine antik-mythologischen 
Compositionen, welche er meistens mit dem Monogramm des Merkur- 
stabes zu bezeichnen pflegte, einen bedeutenden Einfluss auf Dürer 
ausgeübt. Er wurde dadurch ein wichtiges Verbindungsglied für die 
Uebertragung der Renaissancekunst nach dem Norden. Als Maler 
lernen wir ihn kennen in einem mit iiandrischer Feinheit durchgeführten 
Stillleben der Galerie zu Augsburg vom Jahr 1504. Es bringt ein 
Rebhuhn mit einem Paar Handschuhen, Armschienen und einem Pfeil 
zusammen und ist sicher eins von den Werken, Welche Dürer zu ähn- 
lichen Darstellungen angeregt haben. Auf einem im Museum zu 
Weimar befindlichen Christuskopf, der ebenfalls die Bezeichnung des 
Künstlers trägt, ist mehr flandrische als venezianische Auffassung zu 
Spüren. 
        

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