Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Italienischen Malerei vom vierten bis ins sechzehnte Jahrhundert
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1263451
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1269202
Kapitel. 
VII. 
paduanisclme 
Die 
ihre 
und 
Schule 
Ausläufer. 
483 
Mantegnaßs her, an Adenen 
Ebene ihrer Umgebungen 
von den ähnlichen landschaftlichen Gründen 
diese ganze Schule sich für die einförmige 
schadlos hält. 
Beträchtlich jünger als diese beiden und durch sie in seiner ersten 
Entwicklung bestimmt, ist Lorenzo Costa. In Ferrara 1460 geboren, 
wuchs er Wahrscheinlich in den Werkstätten von Tura und Cossa auf, 
scheint aber dann auf der Wanderschaft besonders die Werke von Fra 
Filippo und Benozzo Gozzoli studirt zu haben, deren Einfluss einen 
Hauch von heitrer Anmuth in seine frühen Arbeiten wirft. Doch ver- 
bindet sich damit zuerst noch die scharfe und harte Formbezeichnung 
und die schwere Färbung des Tura, so auf dem Altarbilde der Benti- 
vogliokapelle in S. Giacomo maggiore zu Bologna, einer Madonna, 
welche von Giovanni Bentivoglio sammt seiner Gattin und elf Kindern 
verehrt wird. Das Bild trägt den Namen des Künstlers und das Datum 
1488 und ist eine anspruchslos tüchtige, wenngleich etwas nüchterne 
Arbeit. Die Pracht des Thrones mit den Bronzestatuetten auf Krystall- 
kugeln, mit Basreliefs und andern Ornamenten geschmückt, erinnert 
wieder an Tura. Der Künstler wurde von den Bentivogli und anderen 
Familien Bolognals mit Auftragen reichlich bedacht, so dass man dort 
noch jetzt seine meisten Werke findet. In derselben Kapelle sind 
besonders die allegorischen Bilder vom Triumph des Lebens und des 
Todes trotz ihrer abstrusen Phantastik reich an anziehenden Einzel- 
heiten. Dann kommt die Zeit, wo Costa in Austausch mit seinem 
Freunde Francesco Franoia tritt, dessen milde Gelassenheit und tiefer 
Farbenschmelz mit dem röthlichen Fleisch und der satten Leuchtkraft 
der Gewänder er aufnimmt. Die thronende Madonna mit vier Heiligen 
und musizirenden Engeln im Bogenfeld, vom Jahr 1492, in der Kapelle 
der Bacciochi von S. Petronio, bezeichnet den Wendepunkt in seiner 
Entwicklung. Während die Gestalten an Francia erinnern, lässt die 
Pracht der Architektur mit dem Goldschmuck, den Reliefs und den 
Intarsien die ferraresische Abkunft erkennen. _ Immer mehr tritt dann 
der Anschluss an Francia hervor; so im Chor von S. Giov. in Monte 
eine Krönung Maria mit sechs schön gruppirten Heiligen und eben- 
dort eine thronendeiMadonna mit vier Heiligen und liebenswürdigen 
musizirenden Engeln; angeblich von 1497. Von 1499" datirt die Pre- 
della mit der Anbetung der Könige in der Brera, ein etwas buntes, 
zierlich reiches Werk von perugineskem Charakter und von auffallend 
geringem Formgefühl. Ungleich bedeutender sind die Fresken in den 
Bogenfeldern der Bentivoglio-Kapelle in S. Giacomo maggiore zu
        

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