Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Italienischen Malerei vom vierten bis ins sechzehnte Jahrhundert
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1263451
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1269163
VII. 
Kapitel. 
paduanische 
Die 
Schule 
ihre Ausläufer. 
 und 
479 
thronende Madonna mit vier Heiligen, bezeichnet mit dem Künstler- 
namen und der Jahrzahl 1502, in S. Rocco zu Vicgnza und ein 
h. Sebastian in der Galerie zu Bergamo, der stark an Antonello da, 
Messina erinnert. 
Etwas anders gestalten sich die Erscheinungen der gleichzeitigen 
Kunst zu Verona, wo zuerst der besonders Wegen seiner kunstreich 
geschnittenen Medaillen geschätzte Vittore Pisano, genannt Pisanello, 
der Malerei einen höheren Aufschwung giebt. In der Galerie zu 
Verona sieht man eine mit dem Kinde in einem Garten sitzende Ma- 
donna, von Seraphim umgeben, weiter vorn die h. Katharina, Welghe 
von einem Engel die Palme des Marterthums empfängt. Es ist ein 
Werk von alterthümlicher Auffassung, dem es nicht an poetischer Em- 
pfindung, Wohl aber an allem Naturgefühl gobrieht. Auffallend ist die 
überaus grosse Verwandtschaft mit Werken der Kölner Schule aus der 
Richtung des Meisters Wilhelm. Etwas entwickelter zeigt sich ein 
Wandgemälde der Verkündigung in S. Fermo Maggiore und ein 
h. Georg in der Cappella Pellegrini in St. Anastasia. Ein poetisches 
Bildchen ist die in der Nationalgalerie zu London befindliche Dar- 
stellung, wie die Madonna dem h. Georg und Antonius erscheint. In 
diesen Werken ist an der zierlichen Behandlung und dem aufgehöhten 
Goldschmuck der Einfluss des Gentile da Fabriano unverkennbar. Der 
Künstler scheint bald nach 1455 gestorben zu sein, ohne sich jemals 
ganz von den Fesseln der mittelalterlichen Auffassungsweise losgemacht 
zu haben. 
Unter einer Anzahl geringfügiger Maler, deren Spuren man in 
den Kirchen Verona's verfolgen mag, ist Liberale da Verona von etwas 
grösserer Bedeutung. Geboren im Jahr 1451, war er zuerst Miniatur- 
maler und arbeitete eine zeitlang in Monte Oliveto bei Siena und so- 
dann für den sieneser Dom, wo man noch Werke von ihm sieht, wäh- 
rend andre Arbeiten dieser Art nach Chiusigelangt sind. Gegen Ende 
des Jahrhunderts trifft man ihn Wieder in seiner Vaterstadt, wo er als 
angesehener Künstler lebte und bis 1515 thatig war. Das Museum in 
Berlin besitzt von ihm ein Bild von 1489, das einzige, welches mit 
seinem Namen bezeichnet ist. Es stellt die thronende Madonna mit 
den h. Laurentius und Christophorus dar, von zwei knieenden Mönchen 
verehrt. Merkwürdig Weich und zart im Ausdruck, erinnert es in dem 
milden silbergrauen Ton an den späteren Moretto, ist aber in der Aus- 
führung alterthümlicher und schärfer detaillirend. Manche andre Werke 
von ihm sieht man in den Kirchen von Verona, so eine Anbetung
        

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