Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Italienischen Malerei vom vierten bis ins sechzehnte Jahrhundert
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1263451
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1268853
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Buch. 
Die 
Frührenaissance. 
C 
lichen Geltung kommt, Noch im Jahr 1515 konnte der Meister ein 
so gediegenes und bedeutendes Werk schaffen, wie die Pietät in der 
Galerie zu Turin, und selbst die aus dem gleichen Jahr stammende 
Madonna mit dem Christuskinde und dem kleinen Johannes, von vier 
Heiligen verehrt, in der Galerie zu Parma bezeugt eine fast noch 
ungebrochene Kraft, wenngleich nicht ganz dieselbe Vollendung. 
Neben dieser fast ausschliesslich auf kirchliche Aufgaben gerich- 
teten Thätigkeit ist Francia als einer der bedeutendsten Bildnissmaler 
der Zeit zu bezeichnen. Herrlich ist der jugendliche, etwas melancho- 
lische Kopf im Louvre, der lange Zeit dem Rafael zugeschrieben 
wurde und durch die schlichte Strenge der Auffassung, durch die glut- 
volle Energie des tiefbraunen Kolorits, das leuchtende Helldunkel 
wundersam ergreift. Auch das schöne männliche Brustbild in der Galerie 
Liechtenstein zu Wien, welches man lange ebenfalls dem Rafael zu- 
geschrieben hat, deutet eher auf Francia's Hand. Sodann gehört ihm 
das meisterhafte Porträt des Vangelista Scappi in den Uffizien; das
        

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