Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Italienischen Malerei vom vierten bis ins sechzehnte Jahrhundert
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1263451
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1264207
Kapitel. 
Epoche. 
Altchristliclme 
lichkeit und hebt ihre Gestalten in einen idealen Raum, umflossen vom 
Blau des Himmels oder von dem Glanz eines überirdischen Lichtes. 
An den Wänden des Langhauses werden biblische Geschichten des 
alten und neuen Testamentes oder auch feierliche zum Altar hinwal- 
lende Prozessionen von Heiligen und Märtyrel-n angebracht. Der 
Gesammteindruck solcher Werke ist, trotz aller lilangel im Einzelnen, 
ein harmonischer, feierlich ergreifender. 
Interessant ist es, wie in den ältesten Mosaiken der dekorative 
Charakter der Antike noch vorherrscht. So namentlich in S, Cßstahza, 
bei Rom, der Grabkapelle von C0nstantin's Schwester. Es ist ein 
noch völlig antik construirter Kuppelbau, dessen mittlere Wölbung 
auf einem doppelten Säulenkreise ruht, der die Verbindung mit einem 
niedrigen tonnengewölbten Umgang vermittelt. Die jetzt zerstörten 
Mosaiken der Kuppel bestanden aus prächtigen Blumenranken mit ein- 
gestreuten figürlichen Darstellungen. Ebenso herrscht in den noch 
erhaltenen Mosaiken des Umgangs das rein ornamentale Element. Man 
sieht in einzelnen, den Säulenabstanden entsprechenden Feldern Blumen- 
ranken mit kleinen Figuren, Fruchtzweige mit Tauben, Pfauen und 
andern Vögeln, besonders aber Weinreben mit Genien, welche Trauben 
lesen und keltern, alles in kräftigen Farben auf Weissem Grund, das 
Figürliche ziemlich roh, aber die Ornamente noch in gutem antikem 
Geschmack. In den beiden Hauptnischen links und rechts ist Christus 
dargestellt: links als jugendliche Gestalt mit langem blondem Haar, 
zwischen Schaafen und Fischen stehend, einem Greise in Weissem 
Gewande eine Rolle gebend mit der Aufschrift: ndominus paeem dat", 
während er segnend die Rechte gegen eine andere ähnlich bekleidete 
männliche Figur ausstreckt. Christus-trägt dunkles Gewand und blauen 
Nimbus; zwei Palmen begrenzen die Darstellung, alles wieder auf 
Weissem Grund. In der Nische rechts sieht man abermals Christus, 
hier aber sitzend auf der Erdkugel, der Kopf ganz anders aufgefasst, 
mit dunklem Haar, in Form und grossartigem Ausdruck an die antiken 
Zeusköpfe erinnernd. Auf der einen Seite sind sieben Palmen ange- 
bracht, auf der andern haben nur zwei Platz gefunden, weil dort ein 
weiss gekleideter unbartiger Mann kniet, dem der Heiland eine Schrift- 
rolle überreicht. Auch hier erscheint Christus in dunkler Tunika und 
blauem Nimbus auf Weissem Grunde. Diese Nischenmosaiken gehören 
aber unzweifelhaft einer viel späteren Epoche m1. 
Was den Nimbus betrifft, so ist zu bemerken, dass er ursprünglich 
als Ausdruck des leuchtenden Wolkenschleiers, in welchen man sich
        

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