Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Italienischen Malerei vom vierten bis ins sechzehnte Jahrhundert
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1263451
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1268694
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Buch. 
Die Frührenaissance. 
hielt, begründet noch nicht die Anklage des Geizes oder der Hab- 
sucht; was seine angebliche Irreligiosität betrifft, so können wir sie 
füglich auf sich beruhen lassen. Jedenfalls hat es wenige Künstler 
gegeben, denen der Ausdruck inniger Frömmigkeit so" zu Gebote stand 
wie Perugino.  
Ünter der grossen Zahl von Künstlern, auf welche Perugino 
bestimmenden Einfluss übte, steht der wenig jüngere Bernardino Pin- 
turicchio, eigentlich da" Betto 
 XÄW obenan. In Perugia 1454 ge- 
 "x  j X  beren, kam er zeitig als Ge- 
k H] 54   hulfe Perugines nach Komnnd 
  unterstützte diesen bei seinen 
aß  w h  Arbeiten in der sixtinischen 
  ß Will-i Vtffli; lädt Kapelle. Von da ab bleibt er 
  v,    fast ausschliesslich als Freske- 
)i 7  Ü in.)   maler thätig und nimmt in 
1      i; Agfa dieser Hinsicht bei den Um- 
  l   im, i briern ungefähr die Stelle ein 
 LLLM'3' wie Benozzo bei den Floren- 
äAy 7 K  tinern. Ohne grosse Kraft der 
n? (XII  Charakteristik, Tiefe der Auf- 
 X  {F K15 E.   fassung, Fülle von Phantasiäe, 
  i 1 "x ß j   weiss er mit grosser Han  
L2 Xi Vxl i 7a  fertigkeit die herkömmlichen 
XAV    X X   Compositionsmotive der Schule 
    x-  zu verwerthen. Den Stil und 
 "13923"- K die Ausdrucksweise" Peruginds 
g eignet er sich an und trifft, 
Fig. 131. Madonna, von PiDHIIlCOlJiO. Spello. namentlich in Seinen Madonnen 
(Fig. 131) den Ton des Ge- 
müthvollen und Herzlichen, ohne die tiefere Ekstase Peruginds. Auch 
in der Färbung strebt er mehr nach einer heiteren Buntheit, als nach 
der tiefen Sättigung und dem Schmelz der Töne Pietr0's. In seinen 
Altarbildern, die weit geringere Bedeutung haben, verharrt er bei der 
hergebrachten Tempera-Malerei, ohne sich mit der Oeltechnik zu be- 
fassen. Eine natürliche Anmuth und in den monumentalen Werken 
ein nicht geringes Talent für dekorative Pracht verleiht seinen besseren 
Arbeiten eine erfreuliche Wirkung.  
In Rom führte er für den seit 1479 zum Kardinal ernannten
        

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