Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Italienischen Malerei vom vierten bis ins sechzehnte Jahrhundert
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1263451
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1268566
Kapitel. 
Umbrien. 
VOI] 
Schule 
Die 
425 
bestimmt worden ist. Man sieht von ihm acht Tafelbilder aus dem Leben 
des h. Bernhardin in der Galerie zu Perugia, Welche den Einfluss 
des Piero della Francesea verrathen. Ebendort eine Madonna mit 
Heiligen, von milder Anmuth und sorgfältiger Durchbildung, doch nicht 
frei von alterthümlicher Befangenheit. In S. Francesco zu Diruta 
ein Fresko vom Jahre 1475, welches Gottvater in einer Glorie, um- 
geben von denHeiligen Roehus und Romanus, darstellt und den Künst- 
ler in einer dem Perugino verwandten Richtung zeigt. Aus dem Jahre 
1481 besitzt das Museum zu Berlin unter Nro. 129 eine Madonna 
mit dem Kinde auf dem Schoosse, welche ebenfalls noch gewisse alter- 
thümliche Formen aufweist, dabei aber durch edlen Gewandwurf und 
durch die lebendige Bewegung des Kindes anspricht. Das Christuskind 
ist wie ein Horentinischer Anklang von Botticelli. Eine treifliche 
Madonna mit Engeln und Petrus und Paulus in der Pinakothek zu 
Perugia trägt seinen Namen „Florentius Laurentii" mit der Jahres- 
zahl 1487. Ein Wandbild der Madonna sieht man im Stadthause 
daselbst, eine schöne Anbetung der Könige, die fast einem Perugino 
gleicht, wiederum in der Galerie. Wie es scheint, war der Künstler 
gegen Ausgang des Jahrhunderts in Rom thätig, wo verschiedene 
Spuren auf ihn hindeuten. Er lebte noch 1521, doch lassen sich aus 
den letzten zwanzig Jahren seines Lebens keine Arbeiten von ihm 
nachweisen. Es hat daher viel Wahrscheinlichkeit, wenn man die bis- 
her dem sogenannten Ingegno oder Andrea Alooigi zugeschriebenen 
Werke neuerdings auf Fiorenzo zurückführt.  
Neben diesen Talenten zweiten Ranges trat nun ein Künstler 
auf, der mit hoher Begabung und energischer Willenskraft die umbri- 
sche Gefühlsweise durch einen tiefen Zug aus der lebensvollen Horen- 
tiner Kunst zur Durchbildung eines einheitlichen Stiles führte und sich 
_einen Ehrenplatz in der Reihe der ersten Künstler der Zeit errang: 
Pietro Perugino. Er wurde 1446 als Sohn des Cristoforo Vanucc-i in 
Cittä della Pieve geboren, wesshalb er auf seinen Bildern oft seinem 
Namen den Zusatz „de Castro plebis" giebt. Früh muss sich in dem 
Knaben der Trieb zur Malerei angekündigt haben, denn schon in 
seinem neunten Jahre wurde er zu einem Meister nach Perugia in die 
Lehre gebracht. Damals entfaltete dort Buonfigli seine Thätigkeit, 
und wenn er auch nicht der Lehrer Peruginds gewesen ist, so hat 
dieser jedenfalls dessen Einfluss erfahren. Im weiteren Verlauf seiner 
Entwicklung kam Pietro mit Piero della Francesca zusammen, als dessen 
Gehülfe er sogar gearbeitet zu haben scheint. Dann aber begab G1.
        

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